Fbd[1]
| Freboldit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Fbd[1] |
| Chemische Formel | |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze (einschließlich Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenite, Sulfantimonite, Sulfbismuthite) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/B.09a II/C.20-040[5] 2.CC.05[6] 02.08.11.10[7] |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | hexagonal |
| Kristallklasse; Symbol | dihexagonal-dipyramidal; 6/m2/m2/m |
| Raumgruppe | P63/mmc (Nr. 194)[2] |
| Gitterparameter | a = 3,63 Å; c = 5,30 Å[2] |
| Formeleinheiten | Z = 2[2] |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 5 bis 5,5[5] |
| Dichte (g/cm3) | berechnet: 7,70[8] |
| Spaltbarkeit | fehlt[5] |
| Farbe | kupferrot, grauschwarz[5] |
| Strichfarbe | nicht definiert |
| Transparenz | undurchsichtig (opak) |
| Glanz | Metallglanz |
Freboldit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung CoSe[2] und damit chemisch gesehen ein Cobaltselenid. Als enge Verwandte der Sulfide werden die Selenide in dieselbe Klasse eingeordnet.
Freboldit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und findet sich überwiegend in Form derber Mineral-Aggregate oder eingebetteter Körner von kupferroter bis grauschwarzer Farbe. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen einen metallischen Glanz.
Erstmals entdeckt wurde das Mineral zusammen mit Bornhardtit, Trogtalit, Hastit (diskreditiert 2009[9], identisch mit Ferroselit) im Steinbruch Trogtal bei Lautenthal im niedersächsischen Landkreis Goslar. Die Erstbeschreibung erfolgte 1955 durch Paul Ramdohr und Margaret Schmitt, allerdings zunächst ohne dem Mineral einen Namen zu geben, da die Ergebnisse des Röntgenpulverdiagramms aufgrund der geringen Probenmenge unbefriedigend waren. Erst zwei Jahre später konnte Hugo Strunz das Mineral als Cobaltselenid (CoSe) identifizieren und gab ihm den Namen Freboldit nach dem deutschen Geologen Georg Frebold (1891–1948).[10]
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht bekannt (Stand 2020).[8]
Bereits in der letztmalig 1977 überarbeiteten und daher veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Freboldit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide mit M : S = 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Achávalit, Breithauptit, Jaipurit, Kotulskit, Langisit, Nickelin, Pyrrhotin, Sederholmit, Smythit und Troilit in der „NiAs-Reihe“ mit der Systemnummer II/B.09a steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.20-040. Dies entspricht der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Freboldit zusammen mit Breithauptit, Cherepanovit, Kotulskit, Langisit, Nickelin, Polarit, Ruthenarsenit, Sederholmit, Sobolevskit, Sorosit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Wassonit die „Nickelingruppe“ mit der Systemnummer II/C.20 bildet.[5]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Freboldit ebenfalls in die Abteilung „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Nickel (Ni), Eisen (Fe), Cobalt (Co) usw.“ zu finden, wo es zusammen mit Achávalit, Breithauptit, Jaipurit, Kotulskit, Langisit, Nickelin, Sederholmit, Sobolevskit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Zlatogorit die „Nickelingruppe“ mit der Systemnummer 2.CC.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Freboldit die System- und Mineralnummer 02.08.11.10. Auch das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide einschließlich Selenide und Telluride“. Hier findet er sich in der „Nickelingruppe“, in der auch Nickelin, Breithauptit, Sederholmit, Hexatestibiopanickelit (nicht anerkannt), Sudburyit, Kotulskit, Sobolevskit, Stumpflit und Langisit eingeordnet sind.[7]
Die idealisierte (theoretische) Zusammensetzung von Freboldit (CoSe) besteht aus Cobalt (Co) und Selen (Se) im Stoffmengenverhältnis von 1 : 1. Dies entspricht einem Massenanteil von 42,74 % Co und 57,26 % Se.[11]
Freboldit kristallisiert isotyp mit Nickelin[12] (siehe auch Nickelarsenid-Struktur) im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194) mit den Gitterparametern a = 3,63 Å und c = 5,30 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[2]
Mit einer Mohshärte von 5 bis 5,5[5] gehört Freboldit zu den mittelharten Mineralen, das sich bei entsprechender Größe ähnlich wie das Referenzmineral Apatit (Härte 5) gerade noch mit einem Taschenmesser ritzen lassen würde.
Aufgrund der geringen Probengröße konnte die Dichte von Freboldit bisher nicht messtechnisch ermittelt werden, sondern wurde anhand der Kristalltstrukturdaten errechnet. Die berechnete Dichte beträgt 7,70 g/cm3.[8]
Freboldit bildet sich in Dolomit-Adern, wo er meist verwachsen mit Clausthalit auftritt.[13] Als weitere Begleitminerale finden sich unter anderem noch Bornhardtit, Chalkopyrit, Guanajuatit, Hämatit, Hastit, Millerit, Nickelin, Sphalerit und Trogtalit.[8]
Außer an seiner Typlokalität im Grauwacke-Steinbruch Trogtal bei Lautenthal in Niedersachsen mit selenerzführenden Dolomitgängen und Eisenerzen konnte das Mineral in Deutschland noch bei Tilkerode im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt gefunden werden.
Weltweit sind mit der Uran-Lagerstätte Pinky Fault in der kanadischen Provinz Saskatchewan und dem Temple Mountain im San Rafael Swell im Emery County des US-Bundesstaates Utah bisher nur noch zwei weitere Fundorte für Freboldit bekannt (Stand 2020).[14]
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