Water Research Commission

Die Water Research Commission, WRC (deutsch etwa: „Kommission für Wasserforschung“ oder „Untersuchungskommission für Wasserangelegenheiten“) ist eine

Die Water Research Commission, WRC (deutsch etwa: „Kommission für Wasserforschung“ oder „Untersuchungskommission für Wasserangelegenheiten“) ist eine staatliche Einrichtung Südafrikas. Ihr Sitz befindet sich in Pretoria (Gezina). Die Errichtung zu einer ständigen behördlichen Regierungskommission im damaligen Ministerium für Wasserangelegenheiten und Forsten erfolgte auf der Grundlage des Water Research Act (Act No. 34 of 1971).

Geschichte

In Südafrika besteht eine lange Tradition im Umgang mit Erfordernissen der Wassersicherheit, besonders zur Bewirtschaftung knapper Wasserressourcen und einer sicheren Wasserversorgung. Unter den Wirtschaftszweigen Südafrikas besitzen die Landwirtschaft (Bewässerungsfeldbau) sowie die urbane Wasserversorgung den größten Anteil des Wasserbedarfs. Die wohl frühesten Bewässerungsländereien der europäischstämmige Einwanderer am Kap wurden 1652 durch niederländische Siedler in der Zeit von Jan van Riebeeck vermutlich am Fuße des Signal Hill im Umfeld seiner Festung auf dem Gebiet des heutigen Kapstadts angelegt.
Einen besonderen Impuls für die Wasserwirtschaft in der Kapregion kam durch die Ansiedlung der Hugenotten, die fundierte Kenntnisse über mediterran erprobte Formen der Bewässerung mitbrachten. Die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) erließ 1661 ein Gesetz, das in Trockenjahren eine Wasserentnahme für die Landwirtschaft untersagte. Erst mit der britischen Kolonialherrschaft am Kap begannen sich öffentliche Stellen intensiver mit einer geregelten Wasserwirtschaft zu befassen. Die Kapkolonie schuf 1899 erstmals Wassergerichtsbezirke (die Water Court Districts). Das „Court“ war ein Kollegialorgan aller an der Wassernutzung beteiligten Berufs- und Wirtschaftsbereiche einer bestimmten Region, die auftretende Streitigkeiten über Schlichtungsverfahren behandelten. Im Jahre 1909 trat der Cape Irrigation Act in Kraft, auf dessen Grundlage regionale Boards (etwa: Verwaltungsrat) geschaffen wurden, die einen wasserwirtschaftlichen Ingenieur und Juristen beschäftigten. Die Boards sammelten Daten über Niederschlags- und Temperaturwerte, Verdunstungsverhältnisse sowie Wassermengen und Siltfracht in den Gewässern. In diesem Rahmen vollzog sich ein Informationsaustausch mit den Wasserbehörden auf Distrikt- und der „Provinzebene“.
Im Zuge der Gründung der Südafrikanischen Union verabschiedete das Parlament 1910 den Union Irrigation Act (deutsch etwa: „Bewässerungsgesetz der Südafrikanischen Union“), der den Aufbau eines Irrigation Department, dem späteren Ministerium Department of Water Affairs, vorgab. Die Entwicklungen in den Jahren 1906 bis 1912 beeinflussten bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Strukturen und Rechtsverhältnisse. Überregionale und großräumliche Planungen im Wassersektor wurden im Verlaufe der Siedlungs- und Industrieentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg erforderlich, wozu der 1956 verabschiedete Water Act of the Union of South Africa (Water Act, No. 54 of 1956) modernisierte Grundlagen legte.
Beispielhafte Ereignisse in einer sich verändernden Lage sind die extremen Dürren in den Jahren 1959 und 1966 sowie die Industrieentwicklung in Südafrika, die zur Einrichtung einer Untersuchungskommission für Wasserangelegenheiten den Anlass gab, die 1970 erstmals Ergebnisse und Empfehlungen vorlegte.[1][2]

Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der gesetzlichen Grundlage im Jahre 1971 (zuständiger Minister Stephanus Petrus Botha) konzentrierten sich Aktivitäten der Forschung und Entwicklung im Bereich Wasser auf nur wenige südafrikanische Einrichtungen, deren Finanzierung in Anbetracht des wachsenden Wasserverbrauchs unzureichend war. Außerdem fand keine wesentliche Koordinierung diesbezüglicher Forschungsaktivitäten statt und einige Forschungsfelder mit zunehmender Bedeutung fanden in der Politik lediglich unreichende Beachtung. So war über viele Jahre ein politisches Defizit bei der Ermittlung von Schwerpunkten und bei der Einschätzung über einen situationsgerechten Technologietransfer entstanden. Die Gesamtlage führte folgerichtig zur Gründung der Water Research Commission.[3]

In section 15 des Water Research Act in der Fassung von 1971 befindet sich eine Ermächtigungsgrundlage für den Südafrikanischen Staatspräsidenten in Bezug auf das benachbarte Südwestafrika (Abschnitt Application of Act to South-West Africa.): „Der Staatspräsident kann durch eine Bekanntmachung im Staatsanzeiger einzelne oder alle Bestimmungen dieses Gesetzes und etwaiger Änderungen desselben für das Gebiet von Südwestafrika (einschließlich des östlichen Caprivi-Zipfels) oder eines Teils davon für anwendbar erklären.“ Das Gesetz wurde mehrfach novelliert (1974, 1975, 1977, 1982, 1985 und 1996).[4]

Aufgaben

Die Aufgaben der Water Research Commission bestehen darin, als globaler Wissensknotenpunkt im Bereich Wasser und als führendes südafrikanisches Wissenszentrum für Wasserfragen wesentliche Impulse anzuregen und zu steuern, insbesondere durch:[5]

  • für Politik und Entscheidungsfindung mit Informationen bereitstellen,
  • neue Produkte, Innovationen und Dienstleistungen für die sozioökonomische Entwicklung schaffen,
  • Personelle Kompetenzen im Bereich der Wasserwissenschaften fördern;
  • Gemeinden stärken und einen Beitrag zum Abbau der Armut leisten;
  • das nationale Transformations- und Wiedergutmachungsprojekt unterstützen,
  • nachhaltige Lösungen entwickeln,
  • die Wasserforschung und -entwicklung in Südafrika, mit Partnern in Afrika und Entwicklungsländern vertiefen.

Es werden eigene Aktivitäten ergriffen und alle relevanten Institutionen und Partner dieses Bereichs unterstützt.

Die Bedeutung Südafrikas in der Staatengemeinschaft SADC und in der NEPAD (Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union), speziell bei Fragen von Wasserressourcen, der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung, erzeugen transnationale Kooperationen, die im fachlichen Aufgabenbereich der WRC liegen.[6]

Leitungsstruktur

Die Water Research Commission untersteht dem nationalen Department of Water and Sanitation (DWS, Ministerium für Wasser und Sanitärfragen). Sie wird von einem Board beaufsichtigt. Die Leitung der Behörde liegt in den Händen eines Direktoriums, an dessen Spitze ein(e) CEO steht.

Wirkungsweise

Die Water Research Commission spielt eine zentrale Rolle bei der Wasserforschung in Südafrika mit Ausstrahlung auf Staaten im Südlichen Afrika. Sie ermittelt den landesweiten Bedarf und die wasserwirtschaftlichen. Dazu werden Forschungsaufgaben anregt und finanziell gefördert. Zudem werden Impulse für den Informations- und Technologietransfer einschließlich des Wissensaufbaus gesetzt und die Kapazitätsentwicklung im Wassersektor den Bedarfen nach entwickelt.

Permanente Fragen der Wasserwirtschaft von herausgehobener Bedeutung im Blickfeld der Kommission sind wasserbezogene Ökosysteme, die Wassernutzung in den Städten und Siedlungen einschließlich der Abwasserbehandlung sowie die nachhaltige Wassernutzung im Landwirtschaftssektor.

Das nationale Department of Science, Technology (DST, später DSTI) arbeitete um 2010 an der Umsetzung des Strategiepapiers „Global Change Grand Challenge“ sowie an umfassenden nationalen Zielen im Zusammenhang mit einer „grünen Wirtschaft“. Darin wurde die Water Research Commission eingebunden. Diesbezügliche Planungsansätze sahen mittelfristig angelegte Aktivitäten zur Forschung, Entwicklung und Innovation im Wasser- und Abwassersektor von Südafrika vor. Mit den dabei formulierten Zielen wurde beabsichtigt, die Zahl der im Wassersektor tätigen technologiebasierten kleinen und mittleren Unternehmen zu erhöhen und den Zugang der in ländlichen Gebieten lebenden Menschen zu Wasser und sanitären Einrichtungen zu verbessern.[7][8][9]

Publikationen

  • Water SA, wissenschaftliche Fachzeitschrift, erscheint quartalsweise (Januar, April, Juli, Oktober) seit 1975.[10]
  • SA waterbulletin, populärwissenschaftliche Mitteilungen, Erscheinungsverlauf 1975 bis Jg. 28, 2002 Ausgabe 3 (ISSN 0258-2244), Nachfolgemedium: The Water Wheel.[11]
  • Amanzi : newsletter of the Water Research Commission, Kurzmitteilungen der WRC, erscheint seit 2002 als Supplement zu The Water Wheel[12]
  • Lani van Vuuren: How to save water. A Housholder’s handbook. (= SP 93/15), Water Research Commission, Gezina 2015 ISBN 978-1-4312-0720-6 (PDF)
  • Anonym: Wastewater Treatment. Technologies – A Basic Guide. (= WRC Report No. TT 651/15), Water Research Commission, Gezina 2015, ISBN 978-1-4312-0725-1 (PDF)

Einzelnachweise

  1. Traugott Molter: Wasserhaushalt und Bewässerungsfeldbau im Kapland. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1966, S. 75, 132, 153, 155, 157.
  2. National Planning Commission: National Water Security Framework for South Africa. Summary, Principles and Recommendations. 1. Ausgabe, Juli 2020, S. IV / PDF-Dokument S. 6 (englisch, PDF).
  3. WRC: Mandate. Kurzdarstellung, auf www.wrc.org.za (englisch).
  4. Republic of South Africa: Water Research Act 34 of 1971. In: Government Gazette, Nr. 3105 vom 19. Mai 1971, S. 10, online auf www.gov.za (englisch, PDF).
  5. Water Research Commission (WRC). In: The National Government Handbook – South Africa, auf www.nationalgovernment.co.za (englisch).
  6. Water Institute of Souther Africa (WISA): Water Research Commission. Kurzbeschreibung, auf www.wisa.org.za (englisch).
  7. Human and Social Dynamic in Development Grand Challenge (HSDD GC) Science Plan. Stand Juli 2010, S. 11, auf www.news.uct.ac.za (englisch, PDF).
  8. Water Affairs. In: South Africa yearbook. Official yearbook of the Republic of South Africa 2013/14. S. 431–446 (englisch).
  9. Shanna Nienhaber: Water Research, Development Innovation (RDI): Opportunities and Approaches. Water Research Commission, auf www.thedocs.worldbank.org (englisch, PDF).
  10. Water SA. Kurzbeschreibung, auf www.wrc.org.za (englisch).
  11. ZDB-ID 255214-0
  12. ZDB-ID 2107028-3

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