| Unteres Awash-Tal | |
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| UNESCO-Welterbe
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| Rekonstruktion von Lucys Schädel | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (ii)(iii)(iv)
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| Fläche: | 15.000 ha |
| Referenz-Nr.: | 10
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| UNESCO-Region: | Afrika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1980 (Sitzung 4) |
Das Untere Awash-Tal (englisch Lower Valley of the Awash) ist eine UNESCO-Welterbestätte in der Region Afar im Nordosten Äthiopiens. Sie liegt rund 300 km nordöstlich von Addis Abeba am Westrand der Afar-Senke am Unterlauf des Awash und umfasst ein Gebiet von etwa 150 km².[1]
Das Tal zählt zu den bedeutendsten paläoanthropologischen Fundstätten Afrikas. Die ältesten dort geborgenen Fossilien sind mindestens vier Millionen Jahre alt. Weltbekannt wurde es 1974 durch den Fund des 3,2 Millionen Jahre alten Skeletts „Lucy“ (Australopithecus afarensis) in Hadar. 1980 nahm die UNESCO die Stätte unter den Kriterien (ii), (iii) und (iv) in die Liste des Welterbes auf.[1]
Systematische paläoanthropologische Untersuchungen im Unteren Awash-Tal begannen 1973 mit der von Maurice Taieb gegründeten Internationalen Afar-Forschungsexpedition (englisch International Afar Research Expedition), der auch Donald Johanson und Yves Coppens angehörten und die jährlich bis 1977 in Hadar grub.[2][3] Der bekannteste Fund dieser Expedition ist „Lucy“, ein 3,2 Millionen Jahre altes Skelett der Art Australopithecus afarensis, das 1974 von Donald Johanson in Hadar entdeckt und aus 52 Fragmenten rekonstruiert wurde.[1] 1981 verhängte die äthiopische Regierung infolge der Wirren nach dem Sturz Kaiser Haile Selassies durch die marxistische Derg-Regierung ein Moratorium für Feldforschungen.[2] 1990 wurden die Arbeiten durch das vom Institute of Human Origins koordinierte Hadar Research Project wiederaufgenommen, zunächst unter Johanson, später unter William Kimbel. Sie dauern bis heute an.[3]
2013 wurde in Ledi-Geraru das Unterkiefer-Fragment LD 350-1 entdeckt, das auf 2,8 bis 2,75 Millionen Jahre datiert wurde und als frühester Beleg der Gattung Homo gilt.[4] 2025 wurden aus Ledi-Geraru 13 weitere fossile Zähne beschrieben, die belegen, dass Homo und Australopithecus dort vor rund 2,6 bis 2,8 Millionen Jahren zeitgleich lebten.[5]
Die Grenzen der Stätte sind bis heute nicht festgelegt, und es existiert keine Pufferzone. Trotz der abgelegenen Lage ist das Tal durch Touristen gefährdet, die Fossilien als Souvenirs entnehmen. Einen gewissen natürlichen Schutz bieten das schwierige Gelände und die lokale Afar-Bevölkerung. Rechtlich basiert der Schutz allein auf der allgemeinen Proklamation Nr. 209/2000, mit der die Authority for Research and Conservation of Cultural Heritage (ARCCH) eingerichtet wurde. Verwaltet wird die Stätte vom Regionalbüro im rund 160 km entfernten Asaita.[1] 1996 empfahl das Welterbekomitee unter anderem die Bereitstellung eines Führers vor Ort, den Bau eines Museums und eine mögliche Erweiterung der Schutzzone.[6]
Koordinaten: 11° 6′ N, 40° 35′ O
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