Josef Dehm (* 8. April 1904 in Jöhlingen, Kreis Karlsruhe; † 26. Oktober 1977 in Rinklingen) war ein deutscher Erfinder und Unternehmer. Er entwickelte ab 19

Josef Dehm (* 8. April 1904 in Jöhlingen, Kreis Karlsruhe; † 26. Oktober 1977 in Rinklingen) war ein deutscher Erfinder und Unternehmer. Er entwickelte ab 1946 den Idema-Baustein, den ersten deutschen Klemmbaustein aus Kunststoff und damit einen frühen Vertreter jener Bausystemfamilie, deren Ursprünge auf das belgische System Batima (1923) und die britischen Kiddicraft-Steine (1939) zurückgehen.

Der Vater von Josef Dehm, ein Bauunternehmer, verstarb ebenso früh, wie seine Mutter. Nach der Ausbildung als Handformer arbeitete er in mehreren Gießereien, darunter in Karlsruhe und Triberg. Nach Ablegung der Meisterprüfung richtete er in Bretten eine Graugussgießerei ein. Das angemietete Gebäude war bald zu klein, so dass er in Rinklingen bei Bretten eine moderne Gießerei errichtete. Die Mitarbeiterzahl stieg auf die Zahl 60. In der Gießerei und der werkseigenen Schreinerei stellte er nach Ende des Zweiten Weltkriegs Gerätschaften her, welche Mangelware waren, darunter Schrotmühlen, Handleiterwagen und Metallpfannen.[1]
„Die von Josef Dehm begründete Firma […] stellte wohl ab 1954 die wohl schon 1946 entwickelten Idema-Bausteine als Modell- und Konstruktionsbaukästen Der kleine Baumeister, Für kleine Architekten und Für junge Ingenieure mit Kunststoff-Steckbausteinen in einem eigenen System“, so Ulf Leinweber.[2] Die Erfindung und der Vertrieb des Idema-Bausteins band die Kräfte von Josef Dehm derart, dass er seine Gießerei an die Herdfirma Neff verpachtete und später an diese verkaufte. In Folge von Krankheiten konnte er über lange Zeiträume seine Geschäfte nicht selbst führen und übergab den Vertrieb in den Jahren 1958 bis 1963 an eine Heidelberger Firma.
In den 60er Jahren expandierte die Firma stark. In einem modernen Maschinenpark wurden die Idema-Bausteine gefertigt. „Der Idema-Baukasten […] wurde ein weltweiter Erfolg, er wurde bis nach Mexiko verkauft“, so laut Annette Noschka und Günter Kerr.[3]
Im fortgeschrittenen Alter verpachtete Josef Dehm zuerst seine Firma, später verkaufte er sie ganz. Die Wort-/Bildmarke idema (Klasse 16: „Bausteine und Bauelemente aus Kunststoff für Lehr-, Spiel- und Modellzwecke“) wurde am 14. November 1970 beim Deutschen Patent- und Markenamt auf die Lego Produktion AG, Baar, Schweiz eingetragen (Registernummer 884539) und am 17. April 2002 auf Antrag des Inhabers gelöscht.[4]
Josef Dehm erfand verschiedene neue Varianten seines Bausteins: Zu den Normalsteinen kamen Doppelsteine, Riesen, Hobbysteine und Mosaiksteine, dazu Räder, Sandbausteine und große Styroporsteine.

Im Buch Bauklötze staunen wird Josef Dehm als „Pionier auf dem Sektor Kunststoffbaukästen“ bezeichnet.[5]
Der Idema-Baustein orientierte sich am Mauerziegel und bildete dessen Reichsformat im Maßstab 1:10 ab. Hergestellt zuerst aus Bakelit, wurden die Steine später aus Polystyrol gefertigt.



Der Normalstein besaß auf der Oberseite zwei Reihen mit jeweils 4 Zapfen, auf der Unterseite die gleiche Anzahl von Löchern zur Aufnahme der Zapfen. Anfänglich wurden die Steine im Verband mit Metallstiften zusammengehalten (Formschluss); später waren die Zapfen minimal größer als die aufnehmenden Löcher auf der Unterseite, so dass die Steine durch elastische Verformung des Polystyrols aneinander hafteten (Kraftschluss). Die Bakelitsteine waren aus Vollmaterial gefertigt, die Steine aus Polystyrol waren innen hohl.
Zielgruppe der Idema-Bausteine waren Kinder, darüber hinaus auch Architekten, welche damit ihre Bauprojekte im Maßstab 1:10 vorab realisieren konnten.
Die Erfindungen des Idema-Bausteins sind beim Deutschen Patentamt unter zwei Nummern geschützt:[6]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dehm, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Erfinder und Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1904 |
| GEBURTSORT | Jöhlingen, Kreis Karlsruhe |
| STERBEDATUM | 26. Oktober 1977 |
| STERBEORT | Rinklingen |
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