Gerald Kerth (* 30. Mai 1966 in Würzburg) ist ein deutscher Biologe, Autor und Fledermausforscher. Er ist Professor für Angewandte Zoologie und Naturschutz a

Gerald Kerth (* 30. Mai 1966 in Würzburg) ist ein deutscher Biologe, Autor und Fledermausforscher. Er ist Professor für Angewandte Zoologie und Naturschutz an der Universität Greifswald[1]. Von 2020 bis 2024 war er Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ebenda[2].
(Quelle:[1])
Gerald Kerth wuchs in Würzburg auf und engagierte sich bereits in seiner Jugend ehrenamtlich für die Erfassung und den Schutz von Fledermäusen.
Nach seinem Abitur am Würzburger Röntgen-Gymnasium im Jahre 1985 und dem anschließenden Wehrdienst studierte er von 1986 bis 1992 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Biologie. Im Rahmen dessen war er 1989/1990 auch als Austauschstudent am Department of Zoology der State University of New York at Albany (USA). In seiner Diplomarbeit untersuchte er ob weibliche Hausmäuse (Mus musculus domesticus) zwischen eigenen und fremden Nachwuchs unterscheiden können.
Ab 1993 begann er sein Promotionsstudium ebenfalls an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Lehrstuhl für Tierökologie Tropenbiologie unter der Leitung von K. Eduard Linsenmair und Barbara König, welches er 1997 mit seiner Doktorarbeit zum Thema „Sozialverhalten und genetische Populationsstruktur bei der Bechsteinfledermaus, Myotis bechsteinii“ abschloss. Während seiner Dissertation initiierte er in Unterfranken eine Langzeitstudie an freilebenden Bechsteinfledermäusen (Myotis bechsteinii), welche mit RFID-Tags gechippt wurden. Diese Studie war die erste ihrer Art in der Fledermauskolonien in freier Wildbahn mit dem RFID-System überwacht wurden. Sie wird nach wie vor unter seiner Leitung weitergeführt und hat über die Jahre zahlreiche Abschluss- und Doktorarbeiten hervorgebracht[3]. In seiner ursprünglichen Fragestellung im Rahmen seiner Doktorarbeit untersuchte Kerth mit einer Kombination aus verhaltensbiologischen und molekulargenetischen Methoden warum weiblichen Bechsteinfledermäuse zur Jungenaufzucht in Gruppen leben. Für diese Arbeit erhielt er von der Hamburger boco-Stiftung (seit 1999 „Deutsche Wildtierstiftung“) den „Deutschen Preis für Wildtierforschung 1998“.[4] In den nachfolgenden Jahren verbrachte er Zeit als Postdoktorand in der Schweiz an der Universität Zürich, wo er im April 2004 seine Habilitation erlangte. Zudem war er Gastprofessor an der Université de Rennes und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Rijksuniversiteit Groningen und der Université de Lausanne. Auch war er im Rahmen des Heisenberg-Programms der DFG an der Universität Zürich und dem Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen. Seit Oktober 2010 ist er Professor des Lehrstuhls für Angewandte Zoologie und Naturschutz der Universität Greifswald.
Nach seiner Doktorarbeit erweiterte er seinen Methodenansatz aus einer Kombination von Populationsgenetik und Naturschutzbiologie neben der Bechsteinfledermaus auch auf weitere heimische Fledermausarten. So war die von Kerth geleitete Arbeitsgruppe „Angewandte Zoologie und Naturschutz“ an der Universität Greifswald auch Teil des von 2018 bis 2024 laufenden deutschlandweiten Verbundprojekts „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“[5]. Auch ist er Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „GRK 2010: Biological Responses to Novel and Changing Environments (RESPONSE)“ und erforscht im Rahmen dessen mit seiner Arbeitsgruppe Einflüsse des Klimawandels auf Fledermauspopulationen[6].
Kerth war in früheren Jahren Kurator der Stiftung Umwelt und Naturschutz MV.[1] Außerdem hat er 2016 ein populärwissenschaftliches Buch unter dem Titel „Heimlich, still und leise. Die faszinierende Welt der Fledertiere“ veröffentlicht[7].
(Quelle:[1])
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kerth, Gerald |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fledermausforscher |
| GEBURTSDATUM | 30. Mai 1966 |
| GEBURTSORT | Würzburg |
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