| Euro-Office
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| Basisdaten
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| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Programmiersprache | HTML, JavaScript, C++ |
| Kategorie | Office-Paket |
| Lizenz | AGPL-3.0-only |
| github.com/Euro-Office | |
Euro-Office ist ein freies und quelloffenes (FOSS) Office-Paket und eine Kollaborationssoftware, die auf OnlyOffice basiert.[1][2] Sie bietet Editoren für Textdokumente, Tabellenkalkulationen, Präsentationen und PDF-Dateien. Die Software umfasst webbasierte, Desktop- und mobile Anwendungen, die für die Erstellung, Bearbeitung und gemeinsame Arbeit an Dokumenten konzipiert sind.[3]
Das Projekt wurde Ende März 2026 in Berlin offiziell vorgestellt. Das primäre Ziel der Entwicklung ist es, auf Computern der öffentlichen Verwaltung in der Europäischen Union eine vollständige Unabhängigkeit von Microsoft Office zu erreichen und die Digitale Souveränität zu stärken.[4][5]
Getragen wird die Initiative von einem Konsortium europäischer Technologieunternehmen. Neben Nextcloud und Ionos sind unter anderem Proton, OpenProject, XWiki, Soverin und Abilian an dem Projekt beteiligt.
Ein wesentlicher Grund für die Abspaltung (Fork) von OnlyOffice waren laut Medienberichten anhaltende Bedenken europäischer Kunden hinsichtlich der vermeintlich russischen Wurzeln des OnlyOffice-Entwicklers Ascensio System SIA. Dies führte zu dem Bestreben, eine geopolitisch unabhängigere Lösung für den europäischen Markt zu schaffen.
Seit 9. Juni 2026 ist Euro-Office offiziell verfügbar.[6]
Kurz nach der Veröffentlichung des Quellcodes kam es zu einem Konflikt zwischen dem Euro-Office-Konsortium und den Entwicklern von OnlyOffice. Eine der ersten Änderungen an der Codebasis von Euro-Office war die Entfernung spezifischer Lizenzbedingungen aus „Abschnitt 7“ der verwendeten GNU AGPL v3-Lizenz. Diese Klauseln schrieben unter anderem den zwingenden Erhalt des originalen OnlyOffice-Logos vor. Die Euro-Office-Entwickler erachteten diese Bedingungen als „nicht durchsetzbare und nicht obligatorische“ Zusätze.
Drei Tage nach dieser Änderung reagierte Ascensio System SIA und warf dem Euro-Office-Projekt öffentlich massive Urheberrechts- und Lizenzverletzungen vor.[7]
Einen Monat später nahm Ascensio System SIA nach „sorgfältiger Prüfung“ in einem weiteren Blogpost die Forderung nach Behalt des Logos zurück und bekannte sich zu dem Recht auf Forks von Open-Source-Software, solange für den Nutzer eindeutig erkennbar.[8]
Euro-Office ist so konzipiert, dass es nicht als eigenständige Cloud-Plattform agiert, sondern als Modul direkt in bestehende Lösungen wie Nextcloud, Proton Drive oder Seafile integriert werden kann. Nach der Veröffentlichung einer ersten „Technical Preview“ auf GitHub[9] erschien die erste finale Version 1.0 am 9. Juni 2026.[10]
Ähnlich wie bei OnlyOffice besteht das Euro-Office-Ökosystem aus mehreren Kernanwendungen zur Bearbeitung von Dokumenten und zur Zusammenarbeit:
| Funktion / Komponente | Beschreibung |
|---|---|
| Euro-Office Docs | Die zentrale Dokumentenbearbeitungs-Engine, die webbasierte Editoren für Textdokumente, Tabellenkalkulationen, Präsentationen, PDF-Dateien und ausfüllbare Formulare bereitstellt. Unterstützt werden unter anderem die Formate DOCX, ODT, XLSX, ODS, PPTX, ODP und PDF. Die Editoren bieten Funktionen zur Zusammenarbeit in Echtzeit, darunter Kommentare, Versionsverlauf, das Nachverfolgen von Änderungen (Track Changes), Dokumentenvergleich und einen integrierten Chat. Euro-Office Docs kann auf einem privaten Server installiert oder über Cloud-Dienste genutzt werden. |
Euro-Office verwendet Microsoft OOXML als Dateiformat, was dem Deutschland-Stack widerspricht, das ODF und PDF/UA für Dokumente vorschreibt.[11] Am 8. Juni 2026 veröffentlichte LibreOffice einen offenen Brief[12][13][10] in dem steht, OpenOffice.org, nun LibreOffice, sei die erste europäische Office-Suite und nicht Euro-Office wie falsch behauptet (LibreOffice geht auf StarOffice zurück – die erste Version von Star-Writer erschien bereits 1985). Außerdem könne Euro-Office als De-Facto-Verbündeter Microsofts angesehen werden, weil es auf dessen OOXML-Format setzt, damit durch den Lock-in-Effekt die Kontrolle in US-amerikanische Hände gebe und die europäische digitale Unabhängigkeit unterwandere. Allerdings kündigte der Nextcloud-Chef Frank Karlitschek am Tag der offiziellen Erstveröffentlichung an, die vollständige Unterstützung offener Standards wie ODF würden bei der nächsten Version ganz oben auf der Agenda stehen.[6]
Ebenfalls am 9. Juni 2026 wurde auf Cybernews die Ansicht veröffentlicht, Euro-Office könne für russische Manipulation anfällig sein, da es weiterhin Änderungen von OnlyOffice übernehme. Dort schrieben Entwickler in russischen Zeitzonen 98 % des Codes, etwa 90 % alleine aus Moskau. Europäische Beiträge sollen demnach nur etwa 0,5 % ausmachen.[14]
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