Der Deutschland-Stack (auch D-Stack; zusammengesetzt aus Deutschland und Stack) ist ein digitalpolitisches Projekt des Bundesministeriums für Digitales und Sta
Der Deutschland-Stack (auch D-Stack; zusammengesetzt aus Deutschland und Stack) ist ein digitalpolitisches Projekt des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) zur Verwaltungsdigitalisierung. Das Ziel ist eine einheitliche digitale Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung in der Bundesrepublik Deutschland.
Der Deutschland-Stack soll eine nationale Technologie-Plattform bilden, die von Bund, Ländern und Kommunen ab 2028 genutzt werden kann.[1] Hierzu sollen Basisdienste zunächst für den Bund bereitgestellt werden, um sie anschließend zur Nachnutzung durch Länder und Kommunen anzubieten. Diese Vorgehensweise sei zielführender als die Digitalisierung der Verwaltung über Rechtsvorschriften.[1] Des Weiteren führe dies zu einer stärkeren Zentralisierung der IT-Infrastruktur in der öffentlichen Verwaltung.[1]
Einer der Basisdienste namens National-Once-Only-Technical-System (NOOTS) soll eine Plattform werden, bei der gemäß dem Once-Only-Prinzip Daten von Bürgern und Unternehmen nur ein Mal erhoben werden müssen, um einen ebenen- und behördenübergreifenden Datenaustausch zu ermöglichen. Die rechtliche Grundlage dazu zwischen Bund und Ländern wurde im NOOTS-Staatsvertrag geschaffen.[2]
Ein weiterer Bestandteil des Deutschland-Stacks soll die EUDI-Wallet werden, eine digitale Brieftasche für Bürger, um sich ausweisen und Verträge unterzeichnen zu können. Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen eine Implementierung der EUDI-Wallet bis Ende 2026 umsetzen.[1]
Der Deutschland-Stack wurde im Koalitionsvertrag 2025 als eine einheitliche IT-Infrastruktur mit Cloud und IT-Diensten beschlossen.[3] Der Deutschland-Stack soll an den europäischen EuroStack anschlussfähig sein.[4] Im neu gegründeten Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung stellt der Deutschland-Stack ein Prestigeprojekt dar[1] und bildet die größte Abteilung des Hauses.[5] Die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen Infrastruktur.[6]
Im Herbst 2025 sowie erneut Anfang 2026 führte das BMDS eine Online-Konsultation von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zum Deutschland-Stack durch.[7]
Im November 2025 nimmt die Open Source Business Alliance (OSBA) Stellung zum Deutschland-Stack und fordert klare Vorgaben für die Nutzung von Open-Source-Software, offenen Standards und offenen Schnittstellen.[8][9]
Im Oktober 2025 berichtete Netzpolitik.org mit Bezug auf einen Artikel von Tagesspiegel Background, dass das Projekt nicht von der Stelle komme und es „Chaos“ in der Abteilung Deutschland-Stack gebe. Digitalminister Karsten Wildberger ersetzte den Abteilungsleiter Martin von Simson durch Christina Decker, die zuvor im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie tätig war.[1][10]
Im Februar 2026 nahm die Open Source Business Alliance (OSBA) zum zweiten Mal Stellung zum Deutschland-Stack und fordert den verpflichtenden Einsatz von Open-Source-Lösungen.[11][12]
Im März 2026 wurden ODF und PDF/UA als Dateiformate für Dokumente für die gesamte öffentliche Verwaltung verpflichtend. Dadurch wird Microsofts OOXML effektiv abgeschafft. Die Frist zur Umsetzung ist bis 2027.[13][14][15][16][17][18][19]
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