Die Dorfkirche Nassau wurde um 1526 als verputzter Bruchsteinbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor mit Strebepfeilern erbaut. Ein Umbau wurde in den Jahren 1855 bis 1858 vorgenommen. Restaurierungen erfolgten im Jahr 1974 und seit 1993. Ein schiefergedecktes Walmdach mit einem Dachreiter mit welscher Haube schließt das durch Korbbogenfenster gegliederte Bauwerk ab. An der Westseite ist ein dreigeschossiger Vorbau mit schlichtem Korbbogenportal und Freitreppe angebaut. Das Innere ist flachgedeckt und wird von zweigeschossigen umlaufenden Emporen mit mehreren Logen im Chor umgeben.
Ausstattung
Zur Ausstattung gehört ein im Jahr 1857 aus verschiedenen Teilen zusammengefügter Kanzelaltar, dessen Korb aus dem Jahr 1683 mit kleinen gedrehten Säulen gegliedert ist. Vor dem Altar stehen zwei kurze gusseiserne Gitter. Zur kelchförmigen Sandsteintaufe aus dem Jahr 1816 gehört ein hölzerner Taufengel aus dem Jahr 1729. Schließlich ist ein weiß gefasstes hölzernes Lesepult aus dem Jahr 1750 zu erwähnen.
Orgel
Bekannt ist die Kirche für ihre weitgehend original erhaltene Orgel von Gottfried Silbermann aus dem Jahr 1748. Mit wohlproportioniertem Prospekt, 19 Registern auf zwei Manualen und Pedal befindet sie sich auf der Westempore.
Die Gemeinde konnte infolge der Auswirkungen des Zweiten Schlesischen Krieges die Kosten für die Orgel nur unter Schwierigkeiten aufbringen. Angaben über Reparaturen sind erst aus dem späten 19. Jahrhundert überliefert. Im Jahr 1929 führte ein Mitarbeiter der Firma Johannes Jahn Arbeiten zur Durchsicht und Stimmung der Orgel durch. Seit 1939 wird das Instrument von der Firma Jehmlich betreut. Im Jahr 1960 wurde der Winddruck nach der Empfehlung von Experten auf 70 mmWS herabgesetzt, jedoch wegen Windstößigkeit bald danach wieder auf 76 mmWS erhöht. Die Orgel erhielt eine Pedalkoppel. Im Jahr 1998 erfolgte eine Restaurierung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Die ursprüngliche Disposition lautet:[1]
Ein mit dem Jahr 1796 bezeichnetes zweigeschossiges, teilweise verschiefertes Pfarrhaus mit einem Obergeschoss aus Fachwerk enthält noch einige Kreuzgratgewölbe. Die zugehörigen, eingeschossigen Wirtschaftsgebäude stammen ebenfalls vom Ende des 18. Jahrhunderts.
Literatur
Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 253.
↑Frank-Harald Greß, Michael Lange: Die Orgeln Gottfried Silbermanns (= Veröffentlichungen der Gesellschaft der Orgelfreunde. Nr. 177). 2. Auflage. Sandstein-Verlag, Dresden 2001, ISBN 3-930382-50-4, S. 117.