Krawc legte 1882 sein Examen am Bautzener Lehrerseminar ab, wechselte jedoch nach kurzer Berufstätigkeit als Lehrer 1883 nach Dresden, wo er am Königlich Sächsischen Konservatorium bei Felix Draeseke Komposition studierte. Er war Leiter verschiedener Chöre in Dresden. 1918 wurde Krawc zum Königlich-Sächsischen Musikdirektor ernannt. 1922 gründete er den Verband sorbischer Gesangvereine. 1926/28 war er Redakteur der ersten sorbischen Musikzeitung. Die Gründung eines Sorbischen Sinfonieorchesters, um die sich Krawc bemühte, kam aus finanziellen Gründen nicht zustande. 1931 wurde er zum Mitglied der Tschechischen Akademie der Wissenschaft in Prag ernannt. Die Nationalsozialisten untersagten die Aufführung seiner Werke, Krawc war ab 1937 verschiedenen Repressalien ausgesetzt. Er starb in Varnsdorf, einer tschechischen Kleinstadt an der Grenze zur Oberlausitz, die ihm zuvor die Ehrenbürgerwürde verliehen hatte. Das Familiengrab befindet sich auf dem dortigen Stadtfriedhof.
Seine Tochter Hanka Krawcec (Hannah Schneider, 1901–1990) schuf den Entwurf für das Symbol der Domowina.
Werke (Auswahl)
Instrumentalmusik
„Ze serbskeje zemje“ (Aus dem sorbischen Lande), Suite, 1894
„Naše spěwy“ – Sorbisches Schulgesangbuch 1930/31 (mit M. Nawka)
Literatur
Trudla Malinkowa: Sorbische Denkmale. Handbuch sorbischer Gedenk- und Erinnerungsstätten. Domowina Verlag, Bautzen 2022, ISBN 978-3-7420-2647-7, S. 129–131, S. 323f.
↑(Verlagsanzeige).: Zeitschrift für Musik. Halbmonatsschrift für Musiker und Freunde der Tonkunst / Zeitschrift für Musik. Halbmonatsschrift für Musiker und Freunde der Tonkunst / Musikalische Rundschau. Musikberichte aus deutschen und anderen Städten / Zeitschrift für Musik. Kampfblatt für deutsche Musik und Musikpflege / Zeitschrift für Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen Musik, Jahrgang 1926, S. 84 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nzm