An der Küste leben einige Basken ärmlich vom Fischfang. Das schöne junge Mädchen Miarritze hat einen Traum: Gott verspricht ihr, die Seele seines Dieners Martin in ihr entlegenes Land zu schicken. Er werde als bunter Vogel erscheinen, der einen Fisch mit goldenen Schuppen im Schnabel trägt, als Zeichen des Reichtums, der den armen Leuten an der Küste geschenkt werde. Die Bewohner finden einige Tage später tatsächlich einen Eisvogel (frz. Martin-pêcheur, „Martinsfischer“). Durch Miarritze veranlasst, bauen sie Schiffe, um auf Walfang zu gehen. Eines Tages strandet ein Schiff, Miarritze nimmt die Seefahrer, die sich Biarrins nennen und aus der Gascogne kommen, auf. Sie wird die Frau des Anführers und daraus entsteht der Name der Stadt Biarritz.
Der Walfang
Im Mittelalter war Biarritz als Walfängerhafen bekannt, Wale traten in großer Zahl im Golf von Biskaya auf. Das Walfett wurde zu Lampenöl verarbeitet, aus den Knochen baute man Zäune, aus der Haut fertigte man Hüte und die Bespannung von Sesseln. Der Fischerhafen lag geschützt an einem Fels, bei Hochwasser konnte man die Wale an den flachen Strand ziehen und sie bei Ebbe zerteilen. Die Walzunge galt als besondere Kostbarkeit. Im 17. Jahrhundert waren die Wale ausgerottet und der Walfang endete.[1]
Von der Belle Époque bis heute
Danach war Biarritz (ältere Schreibung: Bearrits) bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein eher unbedeutendes Fischerdorf. Um 1800 zählte es rund 200 Einwohner. Die Situation änderte sich, als 1854 Kaiserin Eugénie, die Ehefrau von Napoléon III., für zwei Monate nach Biarritz kam und der Kaiser ihr daraufhin eine Residenz bauen ließ, die das Paar danach regelmäßig im Sommer besuchte. Die Residenz dient heute als Hotel. Diese Besuche machten Biarritz bei anderen Königshäusern Europas bekannt, und so kamen die Könige von Belgien, Portugal und Württemberg, englische Lords und spanische Granden nach Biarritz, und Ende des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt bereits etwa 10.000 Sommerbesucher. 1908 nahm Eduard VII. hier während eines Urlaubs die bis heute einzige Ernennung eines britischenPremierministers außerhalb Großbritanniens vor. In den 1920er Jahren war Biarritz eine Hauptstadt des Charleston. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg traf sich hier der internationale Adel.
In den 1960er Jahren endete das mondäne Zeitalter in Biarritz. Während Henry Kings Dreharbeiten für die Hemingway-Verfilmung Zwischen Madrid und Paris brachten der Drehbuchautor, Peter Viertel, und der angehende Produzent Dick Zanuck den Surfsport nach Biarritz. Begünstigt durch die Wellen der Biskaya, zählen die Strände um Biarritz zu den Hochburgen der Wellenreiter in Europa. Zugleich setzte die Zeit des Massentourismus ein, und Biarritz entwickelte sich zu einem beliebten französischen Familienbad. Wie viele Bade- und Kurorte versucht Biarritz heute, eine weitere wirtschaftliche Grundlage im Kongresstourismus zu entwickeln.
↑Spektakulärer Schiff-Bruch vor Südfrankreich. Entfesselte Naturgewalten und eine Crew in Todesangst: Vor einem Strand in Südfrankreich ist ein spanischer Frachter im Sturm gegen einen Damm gekracht und in zwei Teile zerbrochen. In: Die Welt. Abgerufen am 6. Februar 2014.
↑The Luno. (PDF) In: Ship Breaking # 36 - Bulletin of information and analysis on ship demolition. Robin de Bois, 29. Juli 2014, S. 1 ff, abgerufen am 8. August 2014 (englisch).