Andrew Murray „Andy“ Burnham (* 7. Januar 1970 in Aintree, Sefton, Merseyside) ist ein britischer Politiker (Labour und Co-operative). Er ist seit dem 17. J

Andrew Murray „Andy“ Burnham (* 7. Januar 1970 in Aintree, Sefton, Merseyside) ist ein britischer Politiker (Labour und Co-operative). Er ist seit dem 17. Juli 2026 Vorsitzender der Labour Party und seit dem 20. Juli 2026 der Premierminister des Vereinigten Königreichs. Er ist seit 2026 erneut Mitglied des House of Commons, von 2001 bis 2017 saß er bereits dort für den Wahlkreis Leigh.
Zwischen 2007 und 2010 bekleidete Burnham mehrere Ämter im Kabinett von Premierminister Gordon Brown, zuletzt das des Gesundheitsministers. Von 2017 bis 2026 war er der erste direkt gewählte Bürgermeister von Greater Manchester. 2026 wurde er durch eine Nachwahl erneut Parlamentsabgeordneter, diesmal für den Wahlkreis Makerfield.
Nachdem Keir Starmer am 22. Juni 2026 seinen Rücktritt als Parteivorsitzender und Premierminister angekündigt hatte, gewann Burnham die Wahl um dessen Nachfolge ohne Gegenkandidaten.
Sein Vater Kenneth Roy Burnham war Telefontechniker bei British Telecommunications (BT) und seine Mutter Eileen Mary Burnham Arzthelferin.[1]
Bereits mit 15 Jahren trat Burnham während des Bergarbeiterstreiks 1984/1985 in die Labour Party ein.[2] Nach seiner Schulzeit an der St Catherine’s School in Culcheth besuchte Burnham die St Aeldred High School in Newton-le-Willows. Danach studierte er Anglistik am Fitzwilliam College in Cambridge und erreichte einen Master.
Nach dem Studium zog er mit seiner späteren Frau Marie-France van Heel nach London. Dort arbeitete er zunächst als Journalist für Fachzeitschriften der Containerlagerindustrie. Über seine Arbeitskollegin Eleanor Mills, der Stieftochter von Tessa Jowell, bekam er 1994 einen Job als Researcher bei der damaligen Abgeordneten im House of Commons.[3] Von 1998 bis 2001 war er Sonderberater von Chris Smith, dem damaligen Kulturminister.[4]

Im Juni 2001 zog er als Abgeordneter aus dem Wahlkreis Leigh für die Labour Party in das Britische Unterhaus ein.[5]
Von Mai 2005 bis Mai 2006 war er Parliamentary Under-Secretary of State im Innenministerium. Im Mai 2006 wurde er Minister of State (Department of Health) (Delivery and Quality), dies entspricht einem Staatssekretär im Gesundheitsministerium.
Im Juni 2007 wurde er zum Chief Secretary to the Treasury ernannt; eine Position, die er bis 2008 innehatte. Im Januar 2008 wurde er Minister für Culture, Media and Sport. Von Juni 2009 bis zur Britischen Unterhauswahl im Mai 2010 war er Secretary of State for Health im Department of Health and Social Care (Gesundheitsminister); er war gegen eine weitere Privatisierung des National Health Service.[6] Nach dem Wechsel von Labour in die Opposition kandidierte Burnham im September 2010 bei der Wahl zum neuen Labour-Parteivorsitzenden. Die Wahl gewann Ed Miliband vor seinem Bruder David, Burnham wurde vierter von fünf Kandidierenden.[7]
2015 bewarb sich Burnham erneut um den Parteivorsitz und unterlag, diesmal als Zweitplatzierter, dem Parteilinken Jeremy Corbyn.[8] Dieser berief Burnham anschließend in sein Schattenkabinett, wo er den Posten des Schatten-Innenministers (Shadow Home Secretary) bekleidete.[9] Nachdem Burnham im September 2016 von seiner Partei als Kandidat für das neugeschaffene Amt des Mayor of Greater Manchester ausgewählt worden war, erklärte er seinen Rücktritt aus dem Schattenkabinett, um sich auf den Wahlkampf konzentrieren zu können.[10]

2017 bewarb sich Burnham als Kandidat von Labour und der Co-Operative Party um den neugeschaffenen Posten des Mayor of Greater Manchester und trat nicht mehr zur vorgezogenen Parlamentswahl an.[11] Die Wahl am 4. Mai gewann er mit 63,4 Prozent Stimmenanteil gegen Sean Anstee (* 1987) von der Conservative Party;[12][13] 2021 und 2024 wurde er jeweils im Amt bestätigt.[14] Als eine Haupterrungenschaft seiner Amtszeit gilt die Wiederverstaatlichung des öffentlichen Nahverkehrs in Manchester.[15]
Burnham gehört in Umfragen regelmäßig zu den beliebteren Politikern des Vereinigten Königreiches und insbesondere den beliebtesten Vertretern der Labour Party.[16] Dies führte auch dazu, dass er spätestens seit 2021 wieder als möglicher Labour-Vorsitzender gehandelt wurde.[17]

Mit der wachsenden Unzufriedenheit mit Keir Starmer und dessen Regierung wurde Burnham immer häufiger als dessen möglicher Nachfolger als Vorsitzender und Premierminister genannt und von einigen Labour-Parlamentariern wie beispielsweise Clive Lewis auch offen als solcher unterstützt.[18] Um Premierminister zu werden, ist im Vereinigten Königreich eine Mitgliedschaft im House of Commons erforderlich. Im Januar 2026 kündigte Burnham an, eine Rückkehr in ebendieses anzustreben und bewarb sich um die Kandidatur der Labour Party für den vakanten Wahlkreis Gorton and Denton, nachdem der bisherige Abgeordnete Andrew Gwynne seinen Rückzug angekündigt hatte.[19] Der Vorstand der Labour Party (National Executive Committee) unterband unter dem Vorsitz von Keir Starmer die Kandidatur Burnhams für den Parlamentssitz und schickte eine andere Kandidatin ins Rennen. Labour verlor bei der Nachwahl (by-election) den Parlamentssitz an die Grünen.
Nachdem Josh Simons als Parlamentsmitglied des Wahlkreises Makerfield zurückgetreten war, bewarb sich Burnham wiederum am 19. Mai 2026 offiziell um dessen Nachfolge, was diesmal von der Parteispitze nicht verhindert wurde.[20] Makerfield galt wie der Rest von Greater Manchester lange als Hochburg der Labour Party, die den Wahlkreis seit dessen Entstehung 1983 immer gewinnen konnte. Trotzdessen und trotz der relativen Beliebtheit Burnhams galt seine Wahl jedoch im Vorfeld aufgrund der Unbeliebtheit der Labour-Regierung und wachsenden Unterstützung für Reform UK zwar als wahrscheinlich, aber nicht sicher.[20] Letztlich gewann er die Wahl am 18. Juni jedoch deutlich mit 54,8 % vor Reform (34,5 %) und der noch mehr rechtsgerichteten neuen Partei Restore Britain (6,8 %).[21] Mit seiner erneuten Wahl ins Parlament schied er automatisch aus dem Bürgermeisteramt aus, die Amtsgeschäfte führt vorerst sein bisheriger Stellvertreter Paul Dennett.[22][23] Am 30. Juli 2026 wurde Parteifreundin Bev Craig zur neuen Bürgermeisterin von Greater Manchester gewählt.
Burnham hatte öffentlich bestätigt, dass er im Falle eines Wahlsiegs den Parteivorsitz und damit auch den Posten des Premierministers anstrebe.[24] Am 22. Juni kündigte Premierminister Starmer seinen Rücktritt vom Parteivorsitz an, am gleichen Tag wurde Burnham erneut als Parlamentsmitglied vereidigt. Kurz nach Starmers Rücktrittsankündigung erklärte Wes Streeting, der zuvor als Burnhams profiliertester Mitbewerber galt, nicht selbst kandidieren zu wollen und Burnham zu unterstützen.[25][26] Auch Starmers ehemalige Stellvertreterin Angela Rayner, der zeitweise ebenfalls Ambitionen auf den Vorsitz nachgesagt wurden, hatte bereits frühzeitig angekündigt, für Burnham stimmen zu wollen.[26]
Alle potentiellen Kandidaten um die Nachfolge Starmers lehnten eine Kandidatur ab und unterstützten Burnham, so dass er die Führungswahl der Labour Party ohne Gegenkandidaten gewann. 94 % der Labour-Abgeordneten (379 von 406) und ein Großteil der angeschlossenen Organisationen nominierten Burnham und er wurde am 17. Juli 2026 zum Parteivorsitzenden ernannt.[27]


Am Vormittag des 20. Juli ersuchte Starmer offiziell König Charles III. um seinen Rücktritt, der danach Burnham zur Regierungsbildung beauftragte, woraufhin dieser nach Annahme dessen zum Premierminister ernannt wurde und das Kabinett Burnham bildete.[28] Burnham ist der erste Premierminister, der der Co-operative Party angehört.[29]
Vor seiner Ernennung hatte Burnham sich kaum über sein zukünftiges Kabinett geäußert, was zu großen Spekulationen über die Besetzung, vor allem über das Amt des Schatzkanzlers, führte.[30][31][32] Im Laufe des Tages seiner Ernennung gab er die verschiedenen Ministerposten bekannt; viele Minister, darunter vor allem Verbündete Starmers, wurden entlassen. Unter den 15 Abgängen aus dem Kabinett waren zum Beispiel Schatzkanzlerin Rachel Reeves, die von ihrem Amt entfernt wurde und einen alternativen Posten ablehnte, David Lammy, Justizminister und Vize-Premierminister unter Starmer und weitere wie Peter Kyle, Steve Reed, Richard Hermer, Darren Jones und Liz Kendall. Seine Neuernennungen waren ebenfalls überraschend, John Healey wurde, für viele unerwarteterweise, zum neuen Schatzkanzler ernannt, Ed Miliband zum Außenminister und einige wie Louise Haigh, Angela Rayner und Wes Streeting wurden wieder ins Kabinett zurückgeholt.[33][34] Sein Kabinett ist das erste in der britischen Geschichte mit einer Mehrheit an weiblichen Ministern, 12 von 23 Kabinettsmitgliedern sind Frauen.[35]
Kurz nach seiner Ernennung hielt Burnham vor 10 Downing Street seine erste Rede als Premierminister. Er sprach davon, dass er sich seiner Rolle bewusst sei und dass das Land seit den 80ern viele falsche Wege gegangen sei und er nun die „größten Veränderungen der letzten vierzig Jahre“ vollbringen wolle. Er versprach viele Probleme des Landes zu beheben und Ende des Jahres 2026 einen Plan für die nächste 10 Jahre vorstellen zu wollen. Als Prioritäten nannte er Reindustrialisierung, Bekämpfung der hohen Lebenshaltungskosten, Reformierung der Bildung, das Bauen von Sozialwohnungen und die Beendung von Obdachlosigkeit.[36]
Burnham gilt als Teil des linken Flügels der Labour Party bzw. des sogenannten „soft left“-Flügels. Er bezeichnet sich selbst als Sozialisten.[37][38] Er ist ein entschiedener Gegner des Nationalismus, den er als „hässliche Form der Politik“ bezeichnet hat.[39] Er ist auch ein Gegner von Trickle-down-Ökonomie und neoliberalen Konzepten in der Wirtschaftspolitik. Er hat Neil Kinnock als seine Inspiration genannt.[40] Sein wirtschaftspolitisches Konzept als Bürgermeister wurde als „Manchesterism“ (nicht zu verwechseln mit Manchesterliberalismus) bekannt und von ihm selbst als „wirtschaftsfreundlicher Sozialismus“ (business-friendly socialism) bezeichnet. In Manchester führte er kostenlosen Busverkehr für junge Menschen ein und baute die Obdachlosenhilfe um.[41]
In einer programmatischen Rede Ende Juni 2026 kündigte er die „größte Machtumverteilung“ in der Landesgeschichte an. Planungskompetenzen sollten von der nationalen auf die regionale und kommunale Ebene verlagert werden, um Wachstum von der unteren Ebene aus zu fördern.[42] Für eine Amtszeit als Premierminister kündigte er höhere Investitionen in Wohnen, Pflege und öffentliche Dienstleistungen an, versprach jedoch gleichzeitig, die Fiskalregeln nicht zu ändern und die Einkommensteuer nicht zu erhöhen, was Fragen zur Finanzierung seines Programms aufwarf.[41]
Burnham stimmte für eine britische Beteiligung an der Invasion des Irak im Jahr 2003 und dem darauffolgenden Irakkrieg, was er später bereute.[43][44] Er hat sich für eine Erhöhung der britischen Militärausgaben ausgesprochen.[45] Er hat sich gegen das westliche militärische Engagement im Irankrieg ausgesprochen und argumentiert, dass der Tod von Ajatollah Khamenei allein das iranische Volk nicht einen würde.[46]
Während seines zweiten Semesters am Fitzwilliam College lernte er 1989 Marie-France van Heel kennen, die er im Jahr 2000 heiratete. Sie wurde 1970 in den Niederlanden geboren, lebte später in Belgien und war als Managerin im Bereich Marketing und Branding tätig. Das Paar hat einen Sohn und zwei Töchter.[47][48] Burnham ist römisch-katholischer Konfession und damit der erste amtierende katholische Premierminister in der Geschichte des Vereinigten Königreichs[49] (Tony Blair konvertierte erst nach seiner Amtszeit zum Katholizismus).
Burnham hat zwei Brüder, Nick und John, die beide als Lehrer arbeiten.[50][51] Sein Vater leidet an Alzheimer.[52]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Burnham, Andy |
| ALTERNATIVNAMEN | Burnham, Andrew Murray (vollständiger Name); Burnham, Andrew |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 7. Januar 1970 |
| GEBURTSORT | Aintree |
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