Abdulrahman Mohamed „Abdul“ El-Sayed (* 31. Oktober 1984 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Epidemiologe und Politiker (Demokratische Partei).

Abdulrahman Mohamed „Abdul“ El-Sayed (* 31. Oktober 1984 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Epidemiologe und Politiker (Demokratische Partei).
Als Experte für Public Health hatte er ab 2015 verschiedene Ämter auf mehreren administrativen Ebenen in seinem Heimatstaat inne. Seit 2019 betreibt er den Podcast America Dissected with Dr. Abdul El-Sayed. Nach erfolgloser Bewerbung um das Gouverneursamt von Michigan im Jahr 2018 gewann El-Sayed im August 2026 die Vorwahl der Demokratischen Partei für die Nominierung für einen der beiden Senatssitze von Michigan.
Abdul El-Sayed kam 1984 als Sohn ägyptischer Einwanderer in Detroit zur Welt.[1] Sein Vater stammt aus Alexandria und wanderte in die Vereinigten Staaten aus, um an der Wayne State University Ingenieurwesen zu studieren. Kurz nach seiner Geburt ließen sich seine Eltern scheiden und er wuchs bei seinem Vater und seiner Stiefmutter, einer Professorin für Ingenieurwesen, in Detroit auf.[2]
Auf der Highschool spielte El-Sayed als Mannschaftskapitän Football und Lacrosse und war außerdem als Ringer aktiv.[2] Nach dem Schulabschluss 2003 studierte er an der University of Michigan im Hauptfach Biologie und Politikwissenschaften und setzte seine sportliche Aktivität als Lacrosse-Spieler fort.[3] Er schloss sein Bachelorstudium mit Auszeichnung ab und hielt in Anwesenheit von Festredner Bill Clinton eine studentische Abschlussrede. Mithilfe eines Stipendiums begann er ein Medizinstudium und nutzte die ersten beiden Jahre unter anderem für eine Exkursion nach Peru sowie zur Gründung einer studentischen Organisation, die Spenden sammelte und gemeinnützige Arbeit für eine örtliche kostenlose Klinik koordinierte.[3][4] Danach wechselte er mit dem Rhodes-Stipendium an das Oriel College der University of Oxford, wo er weiterhin erfolgreich Lacrosse spielte und sich 2011 seinen Ph.D. in Public Health erwarb. Drei Jahre später schloss er seine medizinische Ausbildung an der Columbia University mit dem Titel MD ab, als Arzt praktizierte er jedoch nie.[5]

Ab 2014 war El-Sayed als Assistenzprofessor im Fachbereich Epidemiologie an der Mailman School of Public Health der Columbia University tätig. Er leitete das Programm für Systemwissenschaften und den Bereich „Global Research Analytics for Public Health“.[6] El-Sayed schuf und unterrichtete die erste Lehrveranstaltung für „System science and population health“ an der Mailman-Fakultät. Ein dazugehöriges, von Oxford University Press verlegtes Lehrbuch gab er 2017 gemeinsam mit Sandro Galea heraus. Für seine universitäre Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem durch das Carnegie Council for Ethics in International Affairs mit dem Preis für „politische Innovation“.[7]
Im August 2015 ernannte der Bürgermeister von Detroit, Mike Duggan, El-Sayed zum Executive Director des städtischen Gesundheitsamtes. In dieser Funktion wurde er mit dem Wiederaufbau des Amtes betraut, dessen Aufgaben in Folge des Stadtbankrotts 2012 vorübergehend von einer Nonprofit-Organisation übernommen worden waren.[6] Während seines ersten Jahres bekämpfte er Pläne des Mineralölunternehmens Marathon Petroleum, die eine Aufweichung der staatlichen Umweltauflagen vorsahen und zu höheren Schwefeldioxidemissionen in der ohnehin überdurchschnittlich belasteten Großstadt geführt hätten.[8] Außerdem veranlasste er angesichts der „Wasserkrise von Flint“ die Untersuchung des Trinkwassers an Detroiter Schulen auf Bleiverunreinigungen[9] und half bei der finanziellen Neuaufstellung der städtischen Tierschutzbehörde.[10]
Aufgrund seiner Arbeit in Detroit wurde El-Sayed von Gouverneur Rick Snyder in ein Expertengremium zur Beseitigung von Bleivergiftungen bei Kindern berufen.[11] Darüber hinaus war er Mitglied einer Beratungskommission für öffentliche Gesundheit in Michigan[12] sowie eines Beratungsausschusses des US-Gesundheitsministeriums im Rahmen der „Healthy-People“-Kampagne.[13] Bevor er sich seiner Senatskandidatur zuwandte, war er von März 2023 bis April 2025 Leiter der Behörde für Gesundheit, Soziales und Veteranen im Wayne County.[14]
Anknüpfend an seine Erfahrungen als Gesundheitsbeamter startete er 2019 bei Crooked Media den Politik- und Gesundheits-Podcast America Dissected with Dr. Abdul El-Sayed.[15]


Am 9. Februar 2017 berichtete die Detroit News, dass El-Sayed seinen Posten als Leiter des städtischen Gesundheitsamtes aufgeben werde, um bei den Gouverneurswahlen 2018 antreten zu können. Gut zwei Wochen später kündigte er seine Kandidatur für die Vorwahl der Demokraten offiziell an.[2][16] In einem Interview mit Al Jazeera begründete er den Schritt in die Politik mit der „Wasserkrise von Flint“, die tausende Kinder vergiftet habe und erst durch den radikalen Sparkurs von Gouverneur Snyder ermöglicht worden sei.[17] Aus privaten Spenden nahm er insgesamt fünf Millionen Dollar für den Wahlkampf ein.[18] Unterstützt wurde er dabei unter anderem von der progressiven Fraktion Justice Democrats mit Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez[19][20], der Mitorganisatorin des Women’s March on Washington, Linda Sarsour[21], und der Wochenzeitschrift The Nation.[22] Bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei am 7. August 2018 erreichte er etwa 30 Prozent der Stimmen und unterlag der späteren Gouverneurin Gretchen Whitmer.[23]
Nachdem Amtsinhaber Gary Peters verkündet hatte, nicht mehr antreten zu wollen, gab Abdul El-Sayed am 17. April 2025 seine Kandidatur für einen der beiden Senatssitze von Michigan bekannt. In seiner ersten Wahlkampfrede attackierte er US-Präsident Donald Trump und den inoffiziellen DOGE-Leiter Elon Musk und sagte sinngemäß, sich für die arbeitende Bevölkerung einsetzen zu wollen.[24] Trump nannte El-Sayed einen „kommunistischen Loser“.[25] Anfang April 2026 wurde er bei Wahlkampfauftritten an verschiedenen Universitäten von der Kongressabgeordneten Summer Lee und dem linken Influencer Hasan Piker unterstützt. Pikers Auftritt sorgte innerhalb der Demokratischen Partei für Kontroversen.[26][27]
Bei der demokratischen Vorwahl am 4. August 2026 setzte sich El-Sayed gegen die von Partei-Establishment unterstützte Kongressabgeordnete Haley Stevens durch. Nach Angaben der Werbeanalysefirma AdImpact entfielen 63,9 Millionen Dollar an Werbeunterstützung auf Stevens und 7,5 Millionen Dollar auf El-Sayed; allein der mit AIPAC verbundene Super-PAC investierte 31,7 Millionen Dollar in Werbeunterstützung für Stevens und damit so viel wie noch nie zuvor in ein einzelnes Kongressrennen.[28][29] Nach der Vorwahl riefen führende Demokraten, darunter der Minderheitsführer im Senat Chuck Schumer und Stevens selbst, zur Unterstützung El-Sayeds im Hauptwahlkampf auf. Die Wahl wird als wichtiger Test für den progressiven Flügel der Demokratischen Partei in einem politisch umkämpften Bundesstaat gewertet.[30] Bei der am 3. November 2026 stattfindenden Wahl tritt er als Senatskandidat der Demokraten gegen den Republikaner Mike J. Rogers an.[31]
Der Wahlkampf zwischen Rogers und El-Sayed wurde von Anfang an mit großer Härte und auf Basis von scharfen persönlichen Unterstellungen geführt: So behauptete Rogers beispielsweise bereits am 5. August in einem öffentliche Statement, dass El-Sayed jemand sei, „der glaubt, dass Amerika den 11. September verdiente“ (Never in a million years did I think that I would be running against someone who believes America deserved 9/11), während er ihn in seinem ersten Wahlkampfwerbespott vom selben Tag „einen radikalen Islamistensympathisant, der eine ideologische Übernahme von Michigan anführt“ (a radical Islamist sympathizer who is leading an ideological takeover of Michigan.) nannte. Beobachter notierten zudem, dass Rogers Werbespot gezielt El-Sayeds sämtliche Vornamen (die irrtümlich als "Abdul Raman Mohamed" angegeben wurden), die dieser selbst nie gebrauche, anführte, wobei angenommen wurde, dass dies in der Absicht geschehe, xenophobe und antiislamistische Ängste und Vorurteile vieler zuschauender Wähler zu aktivieren. Dies wurde mit der Praxis von republikanischen attack ads aus früheren Jahren gegen Barack Obama, die diesen Barack Hussein Obama nannten, parallelisiert.[32]
Abdul El-Sayed ist seit 2006 mit der Psychiaterin Sarah Jukaku verheiratet. Er ist muslimischen Glaubens, Vater zweier Töchter und lebt in Ann Arbor, Michigan.[33] El-Sayed ist Mitglied der National Writers Union, der American Federation of Teachers und der American Association of University Professors.
El-Sayed gehört dem progressiven Flügel der Demokratischen Partei an und hat öffentlich versichert, kein Geld von Political Action Committees zu nehmen.[34] Er sieht sich selbst nicht als Sozialist, sondern als Kapitalist, der verstanden habe, wie der Kapitalismus funktioniert. Als größte Gefahr für dieses System bezeichnete er Monopole.[35] Wirtschaftspolitisch fordert er dementsprechend eine stärkere Durchsetzung des Wettbewerbsrechts sowie eine Abschaffung von Steuervergünstigungen für Unternehmen[36], aber auch eine stärkere Regulierung von KI-Unternehmen.[37] Als Mitglied verschiedener Gewerkschaften, darunter United Auto Workers, unterstützt er den Protecting the Right to Organize Act.[38] 2018 setzte er sich für die Abschaffung von Gesetzen ein, die es den Kommunalverwaltungen in Michigan verbieten, eine eigene Umsatzsteuer einzuheben oder eine Mietpreisbindung einzuführen.[39][40]
Bezüglich seiner außenpolitischen Ansichten erregte El-Sayed vor allem mit Aussagen zu Israel und Gaza mediales Aufsehen. In einer Folge seines Podcasts wies er auf die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen im Zuge des Krieges hin und forderte eine sofortige Waffenruhe.[41] In der Beurteilung von Israels Vorgehen in Gaza sieht er einen „Moraltest“ und stellte die rhetorische Frage, wie denn „jemand, der es nicht nennen könne, was es ist, nämlich einen Genozid, sich gegen Donald Trump oder Pharma-CEOs behaupten“ wolle.[42] Mitte April 2026 sagte er in einem CNN-Interview, dass man die israelische Regierung nach dem Töten zehntausender Menschen ebenso „böse“ nennen könne wie die Hamas.[43] Den Irankrieg führte er auf den großen Einfluss des AIPAC auf die US-Außenpolitik zurück. Des Weiteren nannte er Israel einen „Schurkenstaat“, der Verbrechen wie „Menschenrechtsverletzungen, Genozid und Apartheid“ begehe und sprach sich für ein Ende der „Ausstellung unilateraler Blankoschecks“ an das israelische Militär aus.[44] Anders als die militärische Unterstützung Israels verteidigte er die Waffenlieferungen an die Ukraine angesichts des russischen Überfalls, da diese der „Durchsetzung der regelbasierten internationalen Ordnung“ dienten.[45]
Innenpolitisch unterstützt El-Sayed die Abschaffung der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE („Abolish ICE“), die seiner Ansicht nach nicht mehr als „legitime Strafverfolgungsbehörde“ funktioniere. Während er sich für den Schutz der US-Grenze zu Mexiko sowie „bestimmte Arten“ der Grenzsicherung aussprach, bezeichnete er ICE als „bis ins Mark verdorben“.[46][47]
Seine umweltpolitischen Ambitionen sehen unter anderem die strengere Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutzgesetzen und ein schnellstmögliches Erreichen der Energieversorgung seines Heimatstaates Michigan aus 100 Prozent erneuerbaren Energien vor.[48]
Abdul El-Sayed verfasste mehr als 100 wissenschaftliche Texte zu den Themen Public Health, Sozialepidemiologie und sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen. Bisher veröffentlichte er drei Bücher:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | El-Sayed, Abdul |
| ALTERNATIVNAMEN | El-Sayed, Abdulrahman Mohamed |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Mediziner und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 31. Oktober 1984 |
| GEBURTSORT | Detroit, Michigan |
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.