Veröffent-lichung
| Trillium R | ||||
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| Livealbum von Anthony Braxton | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Braxton House | ||||
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Format(e) |
4 CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
4 | |||
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2:56:03 | ||||
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Besetzung |
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Anthony Braxton, Velibor Pedevski | ||||
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Aufnahmeort(e) |
John Jay Theatre, NYC | |||
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Trillium R (Untertitel Composition 162 – An Opera in Four Acts/Shala Fears for the Poor) ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 14. und 25. Oktober 1996 im John Jay Theatre in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen 1999 im Selbstverlag Braxton House.
„‚Trillium’ ist der Name, den ich einer vorab geplanten Reihe von 36 eigenständigen Einakter-Opern gegeben habe, die hoffentlich in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren fertiggestellt werden. Ich habe dieses Vorhaben als „Opernkomplex“ konzipiert, der es ermöglicht, alle 36 Opern in beliebiger Reihenfolge miteinander zu verbinden, sodass insgesamt zwölf dreiaktige Meisterwerke entstehen.“
Die Oper wird von neun Sängern und einem großen Sinfonieorchester aufgeführt, zu dessen Mitgliedern Instrumentalsolisten wie der Klarinettist Chris Speed, die Flötisten Ned Rothenberg und Rob Brown sowie die Geigerin Sara Parkins gehören. Alle Opern der Trillium-Reihe weisen drei Hauptebenen auf, die sich durch ihre Akte und Szenen ziehen, notiert Thom Jurek: „eine vordergründige Handlung, eine Erzählung, die man mehr oder weniger für das, was sie scheinbar aussagt, verstehen kann; eine Reihe philosophischer Assoziationen, die das Werk auf die Welt der Ideen verweisen lassen; und schließlich die mystische oder spirituelle Grundlage jeder Szene, also eine Allegorie – Stichwort Nō- oder Kabuki-Theater“. Die Handlung in Shala ist eine „lange, ausufernde, rhetorische Erzählung über die Vermarktung von Produkten und Produktionen an die breite Masse, insbesondere an die unteren Gesellschaftsschichten“.[2]
Trillium R: Shala Fears for the Poor – Composition No. 162 (Opera in Four Acts)
Die Komposition und das Libretto stammen von Anthony Braxton.
„Wie kann ein Komponist wie Braxton, der unermüdlich arbeitet, gleich mit seinem Debütwerk so viel Erfolg haben“, fragt sich Thom Jurek, der dem Album in Allmusic vier Sterne verlieh. Dies sei ganz einfach zu erklären: Mit Ausnahme von Anthony Davis, dem Autor des Soundtracks von Malcolm X, dem Film von Spike Lee (1992), hätte sich aus dem Jazzbereich noch niemand so umfassend mit der westlichen klassischen Musik auseinandergesetzt. Und Braxton scheine der Einzige zu sein, der mit den Werken von Anton Webern, Alban Berg und Arnold Schönberg, ganz zu schweigen von Morton Feldman und John Cage, mithalten könne. Im Vergleich zu seinen Jazzwerken sei Komposition Nr. 162 Eine Oper in vier Akten/Shala Fears for the Poor (gewidmet Nelson Mandela) alles andere als komplex im Vergleich zu seinen Jazzquartett-, Quintett- und Orchesterwerken.[2]
Sicherlich würde man hier [mit den genannten Themen] den bereits Überzeugten predigen, denn die Handlung beschäftigt sich ebenso sehr mit dem Offensichtlichen wie mit dem Antlitz unserer Kultur, so Jurek. Doch Braxton – durch seinen Einsatz von Klangfarbe, Form, Textur und vor allem durch die sich überschneidende musikalische und dramatische Dynamik – durchdringe diese Barriere und lasse seine Dialoge in die Fantasie des Zuhörers einfließen, wo dieser seine eigenen Erfahrungen einfließen lasse und sie fest in die opernhafte Abfolge der Ereignisse einordne. Die Schmeichelei des Vorstands und Shalas leises, klagendes Wehklagen seien zutiefst berührend.[2]
Das Zusammenspiel der Streicher mit den Solostimmen, Bläsern und dem Schlagzeug, das geheimnisvolle Formen im Hintergrund entstehen lässt und Szenarien und Nebenhandlungen ausfüllt, sei meisterhaft, lobte Jure. Dass Braxton seiner Versuchung zum Predigen überhaupt widerstehen könne, sei faszinierend (erinnert man sich an Schönbergs ähnliche Neigung zur Predigtsucht in „Moses und Aron“), ebenso wie seine Fähigkeit, alles dem Bild zu opfern (während seine Musiker die Bilder neben den Sängern in die Luft malen), in ausgedehnten Modi introvertierter Harmonik und gestreifter tonaler Linguistik. Und letztendlich würde es in dieser Oper, „Shala Fears for the Poor“, wie in all ihren Werken, um Sprache gehen, und wie sie Bilder vermittelt und transzendiert. Braxton versuche, die Sprache der Oper zu transzendieren und sie gleichzeitig für seine eigenen Zwecke zu nutzen.[2]
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