Thomas Aye (* 11. Juli 1964 in Hamburg) ist ein deutscher Theaterregisseur, Schauspielpädagoge und Schriftsteller.
Thomas Aye (* 11. Juli 1964 in Hamburg) ist ein deutscher Theaterregisseur, Schauspielpädagoge und Schriftsteller.
1981 gründete Aye zusammen mit Frank Schikore das Mobile Untergrund Theater (M.U.T.), ein Sponti-Chaos-Bauchtheater, mit dem er sechs Jahre auftrat, u .a. beim Theatertreffen der Jugend 1983 in Berlin und beim Internationalen Theatertreffen der Jugend in Wien 1985. Danach begann er an der Rheinischen Tanz- und Theaterschule eine Schauspielausbildung (Unterricht u. a. bei Stephan Müller und Howard Sonnenklar), die er nach eineinhalb Jahren abbrach. Nach einem Abstecher in die Bildende Kunst (Henrik-Höfengens-Loch auf dem Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf) beendete er sein Studium an der Universität Hildesheim mit dem Schwerpunkt Theaterregie, Literatur und Bildende Kunst. Später war er Regieassistent am Schauspielhaus Hannover (Intendant: Ulrich Khuon) und an der Landesbühne Hannover.
Von 1992 bis 1994 leitete er den vom Fonds Darstellende Künste geförderten schauspielpädagogischen Modellversuch theater katarrh (Hannover). Danach war er am Theater Görlitz für die Spielplangestaltung sowie die organisatorischen und finanziellen Belange der Kleinen Spielstätte (TaK) verantwortlich.
In den 2000er Jahren war er an der Universität der Künste – Institut für Theaterpädagogik im Team des Theaterpädagogischen Dienstes Berlin und im Rahmen des Projektes „Hallo Nazi“ am Grips-Theater als Theaterpädagoge in Brandenburg tätig.
Begleitend zu seinem Buch Praxis Schauspiel,[1] in dem er seine Erfahrungen aus der Rheinischen Tanz- und Theaterschule verarbeitete, entwickelte Aye mit der Workshopreihe „Stanislawski and Friends“ ein Baukastensystem, bei dem die Theorie (das Arbeitsbuch Praxis Schauspiel) und die Praxis (das Kursangebot „Stanislawski and Friends“) miteinander verwoben sind. Das Spezifische daran ist die Systematik, mit der Thomas Aye in die klassische Schauspielpädagogik einführt. Statt eine oder zwei dieser „klassischen Schauspielschulen“ (Stanislawski, Meyerhold, Michael Tschechow, Brecht, Strasberg und Grotowski) in ihrer ganzen Komplexität vorzustellen, greift er – etwa aus dem Stanislawski-System – einige charakteristische Übungen heraus und stellt diese in einen Kontext mit vergleichbaren Ansätzen der anderen Schauspielpädagogen. Die neuen Ordnungskriterien der klassischen Schauspielpädagogik sind damit nicht mehr die Schulen, sondern die Prinzipien, „Körper“, „Atmosphäre“, „sensorische Erinnerung“, „Rhythmus“ und „Verstand“, mit denen gearbeitet wird. In der Inszenierungspraxis wird dadurch der Dialog zwischen Schauspielern und Regisseuren erheblich entlastet, und die jeweiligen ästhetischen Ansätze werden mitberücksichtigt.
Dieses Konzept lehrte er bundesweit in der Ausbildung von Schauspielern, Regisseuren und Theaterpädagogen, u. a. an der Akademie Remscheid, der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf (hier in einer gemischten Gruppe aus Filmregisseuren und Schauspielern), der Universität Hildesheim, der Theater Akademie Stuttgart und im Studiengang „Schauspieltheater-Regie“ der Universität Hamburg.
Seit den 2010er Jahren arbeitet er vermehrt im Bereich Performance und als Schriftsteller.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aye, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Theaterregisseur, Schauspielpädagoge und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 11. Juli 1964 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
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