Tarife.at (Eigenschreibweise: tarife.at) ist ein österreichisches Preisvergleichsportal für Telekommunikations- und Energietarife mit Sitz in Wien. Das Portal
| tarife.at | |
| „Findet den besten Tarif für Dich“ | |
| Preisvergleichsportal für Telekommunikations- und Energietarife | |
| Sprachen | Deutsch |
|---|---|
| Sitz | Wien, |
| Gründer | Maximilian Schirmer |
| Betreiber | tarife.at MS VERGLEICHSPORTAL GmbH |
| Registrierung | nein |
| Online | seit Juli 2012 |
| (aktualisiert Jan. 2026) | |
| https://www.tarife.at | |
Tarife.at (Eigenschreibweise: tarife.at) ist ein österreichisches Preisvergleichsportal für Telekommunikations- und Energietarife mit Sitz in Wien. Das Portal ermöglicht den Vergleich von Mobilfunktarifen, Internetzugängen, Festnetz-, TV- sowie Strom- und Gasangeboten.[1][2] Nach eigenen Angaben ist tarife.at das führende Vergleichsportal im österreichischen Telekommunikationsbereich mit rund 350.000 monatlichen Besuchern (Stand 2021).[3]
Das Portal wurde 2023 von der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) gemäß § 134 TKG 2021 zertifiziert und war damit das erste nach dieser Bestimmung zertifizierte Vergleichsportal in Österreich.[4] Seit 2023 dient das Portal zudem der Statistik Austria als Datenlieferant für die Berechnung des Verbraucherpreisindex.[5][6] Betreiber ist die tarife.at MS VERGLEICHSPORTAL GmbH, eine Tochtergesellschaft des Preisvergleichsportals Geizhals.[3]
Der Wiener Wirtschaftsinformatiker Maximilian Schirmer entwickelte als Schüler ab 2010 erste Tarifrechner für Mobilfunktarife.[7] Im Juli 2012 ging das Portal tarife.at online, zunächst als Einzelunternehmen.[8] Schirmer entwickelte die Vergleichsalgorithmen selbst und führte das Unternehmen in den ersten Jahren als Ein-Personen-Unternehmen.[7][3] Die Finanzierung erfolgte von Beginn an über Vermittlungsprovisionen.[3]
Am 12. Jänner 2017 wurde die tarife.at MS VERGLEICHSPORTAL GmbH ins österreichische Firmenbuch eingetragen.[1] Im selben Jahr stellte Schirmer seine erste Mitarbeiterin ein.[7] 2019 wurde Schirmer vom Magazin Forbes Austria in die Liste „30 Under 30“ in der Kategorie „Tech“ aufgenommen.[9] Im Jahr 2020 verzeichnete das Portal ein starkes Wachstum: Der Umsatz verdoppelte sich nahezu, und es wurden über 50.000 Vertragsabschlüsse über die Plattform vermittelt.[3]
Am 28. April 2021 wurde tarife.at vom österreichischen Preisvergleichsportal Geizhals übernommen.[3] Der Kaufpreis betrug nach Medienberichten rund sechs Millionen Euro.[10] Die Übernahme erfolgte durch die Preisvergleich Internet Services AG, die zur deutschen Heise Gruppe gehört.[1][11]
tarife.at blieb als eigenständige Marke bestehen; Gründer Schirmer führte das Unternehmen zunächst weiterhin als Geschäftsführer.[3] Mit 1. Jänner 2026 übergab Schirmer die Geschäftsführung an Michael Kreil, der zuvor Geschäftsführer des Geizhals-Tochterunternehmens Ciuvo gewesen war.[10]
Am 15. Februar 2023 zertifizierte die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) das Portal gemäß § 134 des Telekommunikationsgesetzes 2021 als „Vergleichsinstrument für Internetzugangsdienste und nummerngebundene interpersonelle Kommunikationsdienste“.[1] Es handelte sich um die erste Zertifizierung eines Tarifvergleichsportals in Österreich nach dieser Bestimmung.[4]
Die Zertifizierung erfolgte auf Grundlage von Art. 103 der EU-Richtlinie 2018/1972 (Europäischer Kodex für die elektronische Kommunikation), der die Mitgliedstaaten verpflichtet, Endnutzern Zugang zu unabhängigen Vergleichsinstrumenten für Telekommunikationsdienste zu gewährleisten.[1]
Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens prüfte die RTR zwischen Oktober 2022 und Jänner 2023 die Einhaltung der acht gesetzlichen Kriterien gemäß § 134 Abs. 2 TKG 2021:[1]
Der Bescheid enthält Auflagen, wonach tarife.at Änderungen an der Eigentümerstruktur, am Algorithmus oder an der Marktabdeckung der Regulierungsbehörde zu melden hat.[1]
Neben tarife.at verfügt in Österreich nur das Vergleichsportal der Arbeiterkammer (zertifiziert im Jänner 2024) über diese Zertifizierung.[12]
Im April 2020 beteiligte sich Geizhals mit 30 Prozent am auf Strom- und Gastarife spezialisierten Vergleichsportal compera.at.[13] Im März 2023 wurde compera.at vollständig von tarife.at übernommen und integriert.[2][14]
Die tarife.at MS VERGLEICHSPORTAL GmbH ist ein Tochterunternehmen der Preisvergleich Internet Services AG (Geizhals). Diese gehört zur deutschen Heise Gruppe GmbH & Co. KG mit Sitz in Hannover.[1][11]
Das Vergleichsportal ist für Endnutzer kostenlos. Die Finanzierung erfolgt über Vermittlungsprovisionen: Pro Weiterleitung zu einem Anbieter wird ein vereinbarter Betrag verrechnet.[1][3]
Seit 2023 liefert tarife.at Daten an die Statistik Austria zur Berechnung des Verbraucherpreisindex.[6] Dabei werden die vom Portal erhobenen Tarifdaten für die amtliche Preisstatistik im Bereich Telekommunikation herangezogen.
Das Portal bietet Vergleiche für Handytarife, mobiles Internet, stationäres Internet, Kombinationsprodukte (Internet und TV), Fernsehen sowie Strom- und Gastarife an.[1][2] Die Ergebnisse werden nach dem monatlichen Effektivpreis sortiert.[1] Die Berechnung der Ergebnisse erfolgt über einen auf Graphentheorie basierenden Algorithmus, um sämtliche Tarifvariationen und Zusatzpakete in die Reihung einzubeziehen.[15][1]
Die Tarifdaten werden manuell recherchiert und eingepflegt. Änderungen werden nach dem Vier-Augen-Prinzip von einem zweiten Mitarbeiter geprüft.[1] Ergänzend überwachen automatisierte Systeme die Websites der Telekommunikationsanbieter und melden Änderungen an die Redaktion.[6]
Neben dem Tarifvergleich bietet das Portal eine sogenannte „SpeedMap“ an, die auf Basis von Nutzermessungen die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit von Internetdienstanbietern nach geografischen Regionen darstellt.[16][17]
Das Portal wird von österreichischen Massenmedien regelmäßig als Datenquelle für Preisentwicklungen am Telekommunikations- und Energiemarkt herangezogen. Berichte und Analysen unter Berufung auf Daten von tarife.at erschienen unter anderem im ORF[18], im Standard[19], im Kurier[20], in der Kronen Zeitung[21] sowie in der Tageszeitung Die Presse[22].
Neben der medialen Nutzung finden die erhobenen Daten auch in behördlichen und politischen Entscheidungsprozessen Verwendung. So zieht die Statistik Austria die Tarifdaten zur Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI) im Bereich Telekommunikation heran.[5][6] Zudem wurde das Portal in parlamentarischen Anfragebeantwortungen[23], im Kommunikationsbericht der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR)[24], sowie dem ESPN Thematic Report der Europäischen Kommission referenziert.[25]
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