Softwarebeschaffung (engl. software acquisition), auch Softwareanschaffung, steht für die Beschaffung von Software und die dabei erforderlichen Maßnahmen. Es
Softwarebeschaffung (engl. software acquisition), auch Softwareanschaffung, steht für die Beschaffung von Software und die dabei erforderlichen Maßnahmen. Es handelt sich um ein Teilgebiet der Softwaretechnik, bzw. genauer des IT-Ressourcen-Managements.[1] Eine Teilaufgabe besteht darin festzustellen, welche benötigten Softwareteile bereits auf dem Markt erhältlich sind, also beschafft werden können (Standardsoftware), und welche erst selbst entwickelt werden müssen (Individualsoftware).
Die Anschaffung von Software erfordert häufig hohe Investitionskosten. Oft ist sie eine Maßnahme zur Umsetzung strategischer Entscheidungen, zum Beispiel mit erheblichen Veränderungen von Unternehmensprozessen. Eine strukturierte, rationale und systematische Vorgehensweise[2] bei der Auswahl von Standardsoftware ist deshalb erforderlich und dient der Vermeidung hohen zeitlichen und finanziellen Aufwands (z. B. zur später erforderlichen Nachentwicklung fehlender Funktionen).[3] Das bedingt eine klare Darstellung der Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen, besonders wenn bzw. weil in der Regel mehrere Alternativen in Form konkurrierender Softwaresysteme zur Verfügung stehen.[2]
Während bei der Individualentwicklung von Software die Anforderungen im Rahmen des Anforderungsmanagements ermittelt und berücksichtigt werden, ist beim Erwerb von Software (durch Kauf oder Lizenzierung) die in der Regel bereits fertige Software im Rahmen eines systematischen Entscheidungsprozesses zu bewerten. Solche Auswahlvorhaben können mit der Durchführung einer Nutzwertanalyse, auch Scoring genannt, durchgeführt werden.[2] Dabei geht es nicht um das Erfinden möglicher Alternativen, sondern um das Auffinden am Markt angebotener Lösungen.[2]
Zur Unterstützung bei der Beschaffung und Auswahl von Software bieten zahlreiche Unternehmen ihre Dienstleistungen an.
Je nach Bedeutung, Umfang und Einsatzbereich der anzuschaffenden Software kann die Aufgabe Softwareanschaffung relativ einfach verlaufen (zum Beispiel bei Software für einen eng definierten, gegebenenfalls nur persönlichen Funktionsbereich oder Benutzerkreis), muss mehrere Beteiligte einbeziehen oder muss sogar als Großprojekt aufgesetzt werden (etwa bei Softwareentscheidungen für zentrale Funktionsbereiche in einem Großunternehmen).
Es gibt unterschiedliche Vorgehensmodelle die sich mit der Beschaffung von Software auseinandersetzen:
Neben dem Entscheidungsprozess, in dem das Vorgehen für eine bestimmte Entscheidungssituation bestimmt wird, bestimmen in der Hauptsache die individuell auf den Einsatzzweck ausgerichteten Anforderungen die Entscheidung. Diese werden als Kriterien (relevante Merkmale für die Beschreibung eines Softwaresystems) definiert und bilden, nach ihrer Bedeutung gewichtet und ggf. zu Kriteriengruppen zusammengefasst, die Grundlage für die Bewertung/Entscheidung.[2]
Bei der Auswahl von Software – als wesentlicher Teilbereich der Softwarebeschaffung – für ein betriebswirtschaftliches Umfeld können zum Beispiel folgende Anforderungen/Kriterien zugrunde gelegt werden:
Funktionale Anforderungen:
IT-Technische Anforderungen:
Anforderungen zur Architektur:
Sonstige Kriterien:
Im Rahmen einer Softwareauswahl ist die Erstellung eines Software-Anforderungskatalogs empfehlenswert. Dieser bündelt alle wesentlichen Anforderungen wie funktionale, nicht-funktionale und technische Anforderungen und dient als Grundlage um eine Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Softwareanbietern herzustellen.
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