Said Gabari (kurdisch Seîd Gabarî; * 13. April 1956 im Dorf Xirbê Kejê in der Provinz al-Hasaka, Syrien; † 4. Mai 2020 in Erbil, Autonome Region Kurdistan

Said Gabari (kurdisch Seîd Gabarî; * 13. April 1956 im Dorf Xirbê Kejê in der Provinz al-Hasaka, Syrien; † 4. Mai 2020 in Erbil, Autonome Region Kurdistan) war ein syrisch-kurdischer Sänger, Musiker und Komponist. Er wurde insbesondere durch seine kurdischsprachigen Lieder sowie durch die Vertonung von Gedichten kurdischer Dichter wie Cegerxwîn und Seydayê Tîrêj bekannt.[1]
Said Gabari wurde am 13. April 1956 im Dorf Xirbê Kejê in der Provinz al-Hasaka im Nordosten Syriens geboren. Einige Jahre nach seiner Geburt verlor er sein Sehvermögen. Über seine Kindheit und Jugend liegen vor allem kurdische und regionale biografische Quellen vor.[2][3]
Nach Angaben mehrerer biografischer Quellen kam Gabari bereits in jungen Jahren mit der kurdischen Musik in Kontakt. 1966 lernte er die kurdischen Dichter Cegerxwîn und Seydayê Tîrêj kennen. Deren Gedichte vertonte er später und trug sie als Lieder vor. 1967 begann er, das Spielen des Tanbur beziehungsweise der Buzuq zu erlernen. 1969 trat er erstmals öffentlich als Sänger auf.[4]
Gabari wurde insbesondere durch seine kurdischsprachigen und politischen Lieder bekannt. 1970 wurde er nach einem Konzert in Qamischli von den syrischen Behörden festgenommen, nachdem er ein revolutionäres Lied gesungen hatte. Nach Angaben von Kurdistan24 wurde er dabei gefoltert und mit einem Verbot des Singens kurdischer Lieder belegt.[5]
Auch später blieb seine musikalische Tätigkeit eng mit der kurdischen Kultur und politischen Geschichte verbunden. Kurdistan24 bezeichnete ihn als bekannten kurdischen Folkmusiker und Komponisten und berichtete über seine Teilnahme an zahlreichen kurdischen Konzerten und Veranstaltungen. In einem 2015 erschienenen Interview mit dem Christian Science Monitor wurde er als „Peshmerga bard“ bezeichnet. Dabei wurde auch über seine langjährigen Gefängnisaufenthalte in verschiedenen Ländern berichtet.[6]
Biografische Darstellungen berichten außerdem von seiner Verbindung zur Peschmerga und von einem späteren Aufenthalt in Europa. In den letzten Jahrzehnten seines Lebens lebte Gabari unter anderem in Deutschland. 2020 reiste er aus Deutschland in die Autonome Region Kurdistan.
Gabari komponierte und sang überwiegend kurdische Lieder. Einen Teil seines Repertoires bildeten Vertonungen von Gedichten von Cegerxwîn und Seydayê Tîrêj. Zu den mit ihm verbundenen Liedern zählt insbesondere Bilbilê Dilşad.
Seine Musik ist auf verschiedenen digitalen Musikplattformen dokumentiert. Das Album Êşa Gel ist dort mit dem Erscheinungsjahr 1995 verzeichnet. Zu den darauf aufgeführten Titeln gehören unter anderem Dersim, Dîlber, Gel Namire, Du Şivana, Derdê Gelê Min Dijwar E, Disa Gelê Min Êşîya, Torîn, Li Yarê Ra, Payîzok und Lo Li Pismamo.[7]
Alben
Singles
Im März 2020 reiste Gabari aus Deutschland in die Autonome Region Kurdistan und wurde zunächst entsprechend den damaligen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie unter Quarantäne gestellt. Wenige Tage nach Ende der Quarantäne verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er wurde wegen einer Lungenerkrankung beziehungsweise eines Lungenkrebses auf die Intensivstation eines Krankenhauses in Erbil aufgenommen.
Said Gabari starb am 4. Mai 2020 im Alter von 64 Jahren im Serdem Hospital in Erbil an den Folgen einer Krebserkrankung. Eine geplante Verlegung zur Behandlung nach Deutschland kam nicht mehr zustande. Nach Angaben seiner Familie wurde er anschließend auf dem Friedhof von Mala Omar bei Erbil beigesetzt.
Nach seinem Tod würdigten mehrere kurdische Medien Gabari als bedeutenden Vertreter der kurdischen Musik. Kurdistan24 bezeichnete ihn als bekannten kurdischen Folkmusiker und Komponisten; Rûdaw berichtete über seine rund fünf Jahrzehnte umfassende musikalische Tätigkeit und seine Bedeutung als Interpret der Werke von Cegerxwîn und Tîrêj.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gabari, Said |
| ALTERNATIVNAMEN | Gabarî, Seîd |
| KURZBESCHREIBUNG | syrisch-kurdischer Sänger, Musiker und Komponist |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1956 |
| GEBURTSORT | Dorf Xirbê Kejê in der Provinz al-Hasaka, Syrien |
| STERBEDATUM | 4. Mai 2020 |
| STERBEORT | Erbil, Autonome Region Kurdistan |
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