Als Rizzfluencer oder auch Rizz Influencer (abgeleitet vom Jugendslang rizz, etwa Charisma bedeutend) bzw. Manfluencer[1] werden Influencer bezeichnet,
Als Rizzfluencer oder auch Rizz Influencer (abgeleitet vom Jugendslang rizz, etwa Charisma bedeutend) bzw. Manfluencer[1] werden Influencer bezeichnet, die mithilfe von schwer ersichtlichen Bild- und Tonaufnahmegeräten wie zum Beispiel Smartglasses Videomaterial erstellen und dieses ohne das Wissen der aufgenommenen Personen auf Social Media veröffentlichen.
Der Begriff rizz tauchte erstmals Mitte 2021 auf und geht auf den Webvideoproduzent Kai Cenat zurück, der dieses Wort innerhalb seines Freundeskreises verwendete.[2] Nachdem er den Begriff mehrfach in seinen Twitch-Streams verwendete, ging dieser in der Folge auf Tiktok viral und wurde etwas später von der Oxford University Press zum „Wort des Jahres“ 2023 gekürt.[2][3][4] Umgangssprachlich ist rizz ein Nomen und beschreibt den „Besitz von Charisma“, als Verb wird es genutzt, um zu veranschaulichen, dass jemand Charisma einsetzt, um jemand anderes anzuziehen (wörtlich to rizz up a person).[4][5]
Etymologisch wird vermutet, dass es sich bei rizz um eine Kurzform von Charisma handeln könnte, wobei bei dieser Form der Mittelteil des eigentlichen Wortes verwendet wurde.[5] Cenat, der vielfach als Wortschöpfer genannt wird, gab in einem Interview bekannt, dass er rizz seit seiner viralen Verbreitung auf Social Media nicht mehr verwende, da die massenhafte Nutzung des Wortes aufgrund des Medienhypes die eigentliche Bedeutung „geschlachtet“ habe.[6]
Für die Erstellung von Video- und Tonaufnahmen nutzen Personen schwer zu erkennende Aufnahmegeräte wie etwa die eingebauten Kameras in Smartglasses. Diese heimlich aufgenommenen Videos werden meist unter dem Hashtag #rizz auf Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram veröffentlicht.[7] Oftmals handelt es sich bei Erstellern des Contents um selbsternannte Pick-up-Artists und Dating-Coaches.[7]
Die für die Entstehung eingesetzten Smartglasses sehen wie herkömmliche Brillen aus, sind aber mit Mikrokameras und Mikrofone ausgestattet und können per Sprachbefehl gesteuert werden. Das aufgenommene Material kann in einer Cloud zwischengespeichert werden.[8]
Die Videos, die aus der Perspektive des Rizzfluencers entstehen, zeigen überwiegend heimlich gefilmte junge Frauen zum Beispiel am Strand, in Bars oder auf der Straße. In den Videos gehen die Rizzfluencer auf die aufgenommenen Personen zu und sprechen diese mit einstudierten Sprüchen an. Die gefilmten Reaktionen werden anschließend im Internet veröffentlicht, wobei diese in den Kommentarspalten von den Followern der Influencer bewertet und oftmals verhöhnt werden.[9]
Damit nicht auffliegt, dass die Personen gefilmt werden, manipulieren Rizzfluencer ihre Aufnahmegeräte etwa durch das Abkleben des LED-Lichts, welches durch Blinken anzeigt, dass gerade ein Video aufgenommen wird.[7][10]
In den Vereinigten Staaten existiert das Phänomen seit längerem. Mit dem Verkauf von Smartglasses im deutschen Raum gewinnt dieses auch außerhalb der USA an Bekanntheit.[8]
Im deutschen Strafgesetz wird eine Lücke ausgenutz. Heimliches Filmen, so Rechtsprofessorin Indra Spiecker, sei zwar verboten, aber in aller Regel nicht strafbar. Als strafbar gelten heimliche Aufnahmen lediglich in Bereichen, die gegen Einblicke besonders geschützt seien. Festival-, Sauna- und Schwimmbadbesuche fallen nicht darunter.[7]
Eine von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig geplante Gesetzesänderung zum Schutz vor digitaler Gewalt soll künftig heimlich gemachte Aufnahmen, die in „sexuell bestimmter Weise“ angefertigt werden, unter Strafe stellen.[7] Laut Meta Platforms, einem Hersteller von Smartglasses, seien Nutzer und Nutzerinnen selbst dafür verantwortlich, sich an geltende Gesetze zu halten.[7]
Datenschützer warnen, dass durch das Zwischenspeichern von Videoaufnahmen auf Cloud-Diensten personenbezogene Daten an Dritte gelangen können.[8]
Als Reaktion gab die Stadt Potsdam Anfang Juni 2026 an, das Tragen von Smartglasses in Schwimmbädern verbieten zu wollen.[11]
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