Das P120C ist ein Feststoff-Raketentriebwerk, das von den Raketenherstellern Avio und ArianeGroup im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwic

Das P120C ist ein Feststoff-Raketentriebwerk, das von den Raketenherstellern Avio und ArianeGroup im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt wurde. Es wird als leistungsgesteigerte Version des P80 als erste Stufe der Raketen Vega-C und der Vega-E wie auch für die Booster der Ariane 6 verwendet. Die Produktion begann im März 2022.
Das Triebwerk wurde von Europropulsion, einem Joint Venture der italienischen Avio S.p.A. und der französischen Arianegroup, als Antrieb sowohl der schweren Rakete Ariane 6 als auch der leichten Vega-C entwickelt. Die Vega-C verwendet das P120C als erste Stufe, die Ariane 6 setzt es als Booster ein. Der Name P120C weist auf diese Doppelnutzung hin, das „C“ steht dabei für „common“ (Englisch für „gemeinsam“).[1] Diese gemeinsame Verwendung soll die Kosten durch größere Stückzahlen reduzieren.
Drei Triebwerke wurden von 2018 bis 2020 durch Zündung am Boden getestet, um die verschiedenen Versionen des P120C für den Flug zu qualifizieren. Dabei wurde erst die Konfiguration für die Vega-C und dann der Ariane 6 getestet. Die Tests fanden im französischen Überseegebiet Guayana am Weltraumbahnhof Kourou statt.[2]
Der Aufbau ist sehr einfach. Die Hülle des Triebwerks besteht aus einem monolithischen, 25 cm dicken Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoff.[1] Sie wird von Avio in Italien hergestellt. Ursprünglich sollte nach dem Prinzip Geo-Return, nach dem ESA-Mitgliedsländer proportional zu ihren Beiträgen Industrieaufträge erhalten, auch in Deutschland eine Produktionsstraße bei MT Aerospace entstehen.[3] Die Düse wird von der französischen Arianegroup entwickelt und lässt sich mit Batterien und einem elektrischen Antrieb um wenige Grad ausrichten. Das norwegische Rüstungsunternehmen Nammo liefert den Zünder, der am oberen Ende angebracht ist.[1] Der Zünder hat einen pyrotechnischen Satz mit Pellets aus Bor und Kaliumnitrat, die einen Feststoff in Brand setzen, dieser entzündet dann den Raketentreibstoff.[4] Der Hersteller Regulus befüllt das Triebwerk mit dem festen Treibstoff in Französisch-Guyana. Schließlich wird das Triebwerk von Europropulsion zusammengesetzt und für den Flug vorbereitet.[2] In Französisch-Guyana werden die Triebwerke mit einem speziellen Transporter der italienischen Firma Cometto zwischen Lager- und Fertigungshallen und schließlich zur Startrampe befördert.[5]
Die Produktion des P120C begann im März 2022.[1] Die Verzögerung bei der Einführung der Ariane 6 beeinträchtigte die Fertigung, da volle Lagerstände die Produktion verlangsamten. So wurden zu Beginn der Fertigung weniger als zehn Triebwerke jährlich hergestellt. Avio gab im Mai 2024 an, diese Kapazität bis 2026 auf 15 Triebwerke jährlich aufstocken zu wollen.[6]
Die ESA ließ die Leistung des Triebwerks erhöhen, um höhere Nutzlasten zu ermöglichen. Bei der Bekanntgabe der Pläne im März 2022 trug diese neue Version den Namen P120C+, inzwischen wird sie aber P160C genannt. Neben der Ariane 6 soll das P160C auch bei der geplanten Trägerrakete Vega-E zum Einsatz kommen.[7]
| P120C | |
|---|---|
| Höhe | 13,5 m[1] |
| Durchmesser | 3,4 m[1][8] |
| Startmasse | 154.600 kg |
| Leermasse | 11.000 kg[8] |
| Treibstoffmasse | 143.600 kg[8] |
| Schub | 4.500 kN durchschnittlich[8] |
| Brennzeit | 132,8 s[8] |
| Treibstoff | HTPB 1912 |
| Spezifischer Impuls | 278,5 s (2.731 m/s)[8] |
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