Mia Jertz

Mia Jertz (geboren am 24. Februar 1924 in Mainz; gestorben am 24. Oktober 1988 ebenda[1]; Pseudonyme: Felina Fink, Gisela Gander, Gackeleia Gack u. a.)

Mia Jertz
Mia Jertz am Flügel (1955)

Mia Jertz (geboren am 24. Februar 1924 in Mainz; gestorben am 24. Oktober 1988 ebenda[1]; Pseudonyme: Felina Fink, Gisela Gander, Gackeleia Gack u. a.) war eine deutsche Satirikerin, Dichterin, Jazzpianistin und Harfenistin. Sie ist vor allem für ihre satirischen Gedichte, Prosa und humorvollen Aphorismen bekannt.

Leben und Wirken

Mia Jertz wurde in Mainz geboren, wo sie auch ihr ganzes Leben verbrachte. Hauptberuflich arbeitete sie als Jazzpianistin und Harfenistin. Neben ihrer musikalischen Tätigkeit verfasste sie literarische Arbeiten.

Ihr Cousin ist der deutsche Generalleutnant außer Dienst der Luftwaffe, Autor und ehemalige Oppenheimer Stadtbürgermeister Walter Jertz.

Ihre literarischen Werke umfassten vor allem satirische und humoristische Gedichte, Prosa sowie Aphorismen, die sie teils unter ihrem echten Namen, teils unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte. Unter dem Namen Gackeleia Gack verfasste sie zudem skurrile Glossen und Aufsätze. Ihre Kurzgeschichten und satirischen Texte erschienen unter anderem in der Frankfurter Nachtausgabe sowie in der lokalen Allgemeinen Zeitung (Mainz). Jertz pflegte eine freundschaftliche Verbindung zu dem Kabarettisten und Satiriker Hanns Dieter Hüsch, welcher auch das Vorwort zu ihrem 1989 postum erschienenen Gedichtband An den Rand gezwitschert verfasste.[2] Einzelne ihrer Werke wurden zudem von bekannten Hörfunk- und Fernsehpersönlichkeiten wie Hanns Dieter Hüsch, Elmar Gunsch und Fred Metzler im Rundfunk vorgetragen. Neben ihrer satirischen Arbeit übertrug und bearbeitete sie auch klassische Stoffe für Kinderbücher.

Stil und Rezeption

In ihren Texten setzte sie sich oft auf humorvolle Weise mit den Widrigkeiten des Alltags und gesellschaftlichen Rollenbildern auseinander. Ihre Aphorismen zeichnen sich durch einen scharfsinnigen, bisweilen sarkastischen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen und Eheklischees aus, wie ausgewählte Beispiele verdeutlichen:

  • „Die kluge Frau ermuntert ihren Gatten gern, sich für klüger zu halten, damit sie ihn im Streitfall immer daran erinnern kann, dass der Klügere nachgibt.“
  • „Schwiegermütter erinnern an Atombomben: sie entwickeln eine ungeheure Energie und man hat noch nicht so recht herausgefunden, wie man sie für friedliche Zwecke nutzen kann.“
  • „Wie grausam sind doch manche Frauen: Die Zähne, die sie ihrem Gatten tagsüber gezeigt haben, die stellen sie ihm auch noch nachtsüber im Wasserglas auf das Nachtkästchen.“

Ihr Gedicht Das Alter gilt als eines ihrer bekanntesten Werke und wird häufig bei öffentlichen Anlässen rezitiert. Es erschien 1982 in der von Fred Metzler herausgegebenen Anthologie ''Vier nach vier – Alltagspoesie". Der humorvolle Umgang mit dem Altern zeigt sich beispielhaft in den ersten Strophen des Gedichts:

„Es ist seltsam mit dem Alter, wenn man dreizehn und noch Kind, weiß man glasklar, daß das Alter so um die zwanzig rum beginnt.

Ist man aber selber zwanzig, denkt man nicht mehr ganz so steif, glaubt jedoch genau um dreißig, sei man für den Sperrmüll reif.

Dreißiger, schon etwas weiser und vom Lebenskampf geprägt, haben den Beginn des Alters auf Punkt vierzig festgelegt.“

Veröffentlichungen

  • Der Mensch und die Justiz. Gedichte zu Daumier-Zeichnungen. Boldt Verlag, Boppard 1966 (erschienen unter dem Satzfehler Mia Jerz).
  • Sexpressionen. Ein lyrisches Love-in. Blanvalet Verlag, Berlin 1969.
  • Kritik am Mikrokomischen. Frischheiten in Aufsatzform. Richard Ebert Verlag, 1977 (veröffentlicht unter dem Pseudonym Gackeleia Gack).
  • Onkel Wanja erzählt: Die schönsten Russischen Märchen. (Als Bearbeiterin). Mit Illustrationen von Giannini. Schwager Verlag, Nürnberg/Fürth 1977.
  • "Das Alter" (veröffentlicht in Fred Metzlers Band "Vier nach vier – Alltagspoesie, Seite 120, Autorin Mia Jertz"). Bleicher Verlag, Gerlingen 1982.
  • An den Rand gezwitschert. Gedichte – frei von der Leber weg. Bleicher Verlag, Gerlingen 1989 (postum)

Einzelnachweise

  1. Das Sterbedatum ist im Nachruf/Klappentext ihres postum erschienenen Gedichtbandes An den Rand gezwitschert (1989) dokumentiert.
  2. Vgl. Hanns Dieter Hüsch: Vorwort in: Mia Jertz: An den Rand gezwitschert. Gedichte – frei von der Leber weg. Bleicher Verlag, Gerlingen 1989, ISBN 978-3-88350-381-3.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.