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Das Komplexom (englisch complexome) bezeichnet die Gesamtheit aller Multiproteinkomplexe einer Zelle. Proteine sind die Arbeitsträger, welche die Funktion von lebenden Maschinen ermöglichen.[1] Der Zusammenschluss von Proteinen zu solchen Komplexen ermöglicht eine funktionelle Arbeitsteilung und die koordinierte Durchführung vielschichtiger Prozesse, die zur Erfüllung der jeweiligen Funktion des Komplexes erforderlich sind. Im Gegensatz zur klassischen Proteomanalyse werden die Proteine unter nativen, also nicht denaturierenden Bedingungen fraktioniert und anschließend analysiert. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf mögliche Interaktionen zwischen Proteinen und auf die Zusammensetzung von Proteinkomplexen ziehen.[2]
Während das Komplexom auf alle Bereiche der Zelle angewendet werden kann, wird derzeit (Stand 2026) meist das mitochondriale Komplexom gemeint. Die Technik des „Complexome Profiling“ wurde primär an Mitochondrien entwickelt und perfektioniert, da die Isolation und Aufreinigung der Mitochondrien bereits durch Ilka Wittig et al. 2006 etabliert wurde. Es werden Ansätze verfolgt, die Komplexomik des Zellkerns zu etablieren, jedoch ist dies ein aufwendiger Prozess, welcher noch vollständig erprobt werden muss.[3][4]
Die Wissenschaft der Erforschung des Komplexom wird Komplexomik (engl. complexomics) genannt. Es gibt viele Methoden, welche sich durch den Entwicklungsgrad der Technik ausprägen.
Die Methoden der Komplexomik ähneln denen der Proteomik. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Proteinkomplexe während ihrer Isolierung und Fraktionierung unter nativen, nicht denaturierenden Bedingungen erhalten werden müssen, da sie andernfalls dissoziieren und Protein-Protein-Interaktionen verloren gehen können.
Die Isolation muss unter nativen Bedingungen durchgeführt werden. Hierbei ist die differentielle Zentrifugation nach homogenisieren eine häufig aufgeführte Methode.
Nach der erfolgreichen Fraktionierung muss die Analyse nicht unter nativen Bedingungen stattfinden und kann stattdessen auf klassische Proteinanalytik zurückgreifen.
Die resultierende Datenmenge überschreitet zu meist die Fähigkeiten einer Einzelperson diese Manuell zu verarbeiten. Daher gibt es, je nach Datenerhebungsmethode, unterschiedliche Möglichkeiten diese zu verarbeiten.
Der Begriff „Komplexom“ wurde 2002 von Deshaies et al. eingeführt und bezeichnet die Gesamtheit der Multiproteinkomplexe einer Zelle oder eines abgegrenzten Zellkompartiments.[6] Die Methode des Complexome Profilings wurde hingegen 2012 von Heide et al. formal etabliert.[7]
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