Die Informationsökonomik ist ein Teilgebiet der Wirtschaftstheorie, die analysiert, wie Informationen und Informationssysteme die Wirtschaft und wirtschaftlich
Die Informationsökonomik ist ein Teilgebiet der Wirtschaftstheorie, die analysiert, wie Informationen und Informationssysteme die Wirtschaft und wirtschaftliche Entscheidungen beeinflussen. Sie bezieht sich auf die Kosten, die mit der Beschaffung und Bereitstellung von Information verbunden sind. Sie untersucht den Austausch zwischen den Akteuren (z. B. den Kunden) und die Auswirkungen unterschiedlicher Informationsstände bzw. -bedingungen auf die Funktionsweise ökonomischer Systeme. Bei der Wirtschaftstheorie, die hier thematisiert wird, geht es konkret um einige Theorieelemente aus der neuen Institutionenökonomik, je nach verwendeten Randbedingungen und Definitionen eventuell auch aus der „Behavioral Economics“, der verhaltensorientierten Ökonomik.
Eine asymmetrische Informationsverteilung zwischen den Akteuren hat sowohl Auswirkungen auf die interne Struktur einer Organisation (effiziente Organisation, vertikale/horizontale Integration …), als auch Auswirkungen auf das Verhalten eines Akteurs am Markt (Preissetzung, Kartellbildung …).
In der Informationsökonomik werden folgende Arten von Unsicherheit unterschieden (aufgrund asymmetrischer Informationsverteilung):
Dabei unterscheidet sich der Grad der Unsicherheit je nachdem, um welche Güter es sich handelt:
Die Qualität von Suchgütern kann man schon vor dem Kauf feststellen (beim Suchen), die von Erfahrungsgütern erst nach dem Kauf (durch die eigene Erfahrung) und die Qualität von Vertrauensgütern nur sehr schwer oder gar nicht. Das wohl bekannteste Beispiel für ein Vertrauensgut ist ein Medikament: Man weiß nicht, ob es einen gesund gemacht hat oder ob die Genesung auf andere Faktoren zurückzuführen ist; man muss dem Arzt diesbezüglich vertrauen.
Der Informationsökonomik kommt v. a. in Prinzipal-Agenten-Beziehungen eine große Rolle zu. Mit dem Setzen von Anreizen (monetär / nicht-monetär) soll der Agent dazu bewogen werden, sich im Sinne des Prinzipals zu verhalten. Der Prinzipal hat keine oder nur unvollständige Informationen über das Verhalten des Agenten.
Aus dem Dilemma der unvollständigen Informationen heraus kommt es zu den Folgeproblemen der "Adverse Selektion" und des "Moral Hazard". Strategien zur Lösung der Probleme sind zum einen das Signalisieren privater Informationen (Signalling) und zum anderen das Überwachen (Monitoring) des Agenten-Verhaltens. Beides verursacht Kosten. Eine andere Möglichkeit ist die des Screening. Dabei sammelt der Principal ex-ante Informationen über potenzielle Agenten. Mit Hilfe der Informationen können dann die Agenten beurteilt werden. Dies verursacht beim Principal Screening-Kosten und evtl. beim Agenten Signalling-Kosten.
2001 wurde der Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaft an die drei Ökonomen George A. Akerlof, A. Michael Spence und Joseph E. Stiglitz verliehen, welche in Teilen die moderne Informationsökonomik mitbegründet, zumindest einige bedeutendere Beiträge dazu erarbeitet haben.
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