Henry Edward Crampton Jr. (* 5. Januar 1875 in New York City; † 26. Februar 1956 ebenda) war ein US-amerikanischer Evolutionsbiologe und Malakologe, der sich …


Henry Edward Crampton Jr. (* 5. Januar 1875 in New York City; † 26. Februar 1956 ebenda) war ein US-amerikanischer Evolutionsbiologe und Malakologe, der sich auf Landlungenschnecken (Stylommatophora) spezialisierte. Crampton führte mit seinen Forschungen auf den Gesellschaftsinseln die erste umfassende Untersuchung der Evolution unter natürlichen Bedingungen durch. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Laufbahn unternahm er zwölf Expeditionen nach Moorea bei Tahiti, um die Landlungenschnecken der Gattung Partula zu erforschen. Anschließend verbrachte er viele weitere Jahre damit, seine umfangreichen Sammlungen zu vermessen, zu katalogisieren und auszuwerten. Insgesamt widmete er nahezu ein halbes Jahrhundert der Erforschung dieser Schnecken.
Von 1904 bis 1943 lehrte Crampton als Professor an der Columbia University und am Barnard College. Darüber hinaus war er Kurator am American Museum of Natural History.
Henry Edward Crampton Jr. war der Sohn von Dorcas Matilda Crampton, geborene Miller, und des New Yorker Chirurgen Henry Edward Crampton.[1][2][3][4]
Er besuchte das College of the City of New York und schloss 1893 sein Studium am Columbia College – der späteren Columbia University – ab.[1] Im Jahr 1899 promovierte er an derselben Universität zum Ph.D.[2]
Nach seinem Studienabschluss im Jahr 1893 wurde Crampton Assistent für Biologie an der Columbia University. Diese Stelle hatte er bis 1895 inne, als er zum Dozenten für Biologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ernannt wurde.[1][5]
Bereits im folgenden Jahr, 1896, kehrte er als Lehrbeauftragter an die Columbia University zurück.[1] 1899 wurde Crampton Mitglied des Lehrkörpers des Barnard College. Im Jahr 1904 erhielt er eine Professur für Zoologie am Barnard College sowie an der Columbia University. Während der Jahre 1918 und 1919 amtierte er als kommissarischer Provost des Barnard College.[5] Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1943 blieb er Professor an beiden Hochschulen.[6]
Crampton war zudem Kurator für wirbellose Tiere am American Museum of Natural History.[5] Der Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould bezeichnete Crampton später als eine seiner wissenschaftlichen Inspirationsquellen – sowohl wegen dessen evolutionärer Untersuchungen an der Schneckengattung Partula als auch wegen der außergewöhnlichen Ausdauer und Sorgfalt, mit der er diese Forschungen durchgeführt hatte. Ebenso bildete Cramptons Arbeit die Grundlage für die späteren Untersuchungen von Bryan Clarke, James Murray und Michael Johnson an Partula. Diese Forschungen spielten eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Genetik.[7] Er war zudem an der Station for Experimental Evolution der Carnegie Institution for Science im Cold Spring Harbor Laboratory sowie am Bishop Museum in Honolulu tätig.[1][5]
Cramptons Monographien zählen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Detailgenauigkeit und ihrer hervorragenden Illustrationen bis heute zu den bedeutendsten Veröffentlichungen über eine einzelne Tiergattung. Sein umfassendes Werk über die Arten der Gesellschaftsinseln blieb jedoch unvollendet. Veröffentlicht wurden lediglich die Monographien über die Arten von Tahiti und Moorea. Die vorgesehenen Bände über Huahine, Raiatea, Tahaa und Bora Bora wurden nie fertiggestellt.
Diese Arbeiten werden inzwischen fortgeführt. Anlässlich des hundertjährigen Erscheinens seines ersten Bandes über Tahiti (1916) wurde eine neue Monographie über sämtliche Arten der Familie Partulidae angekündigt.[8]
Während des Ersten Weltkriegs arbeitete Crampton gemeinsam mit Hollis Godfrey am organisatorischen Aufbau des Council of National Defense mit. Er war stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Ingenieurwesen und Bildung (Committee on Engineering and Education).[9]
Crampton war Präsident der New York Academy of Sciences sowie Sekretär der American Eugenics Society. Darüber hinaus gehörte er der Washington Academy of Sciences, der New York Zoological Society, der American Society of Naturalists und dem Explorers Club an.[2][5]
Im Jahr 1929 verlieh ihm die Columbia University die Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaften (Doctor of Science).[2]
Am 27. Oktober 1896 heiratete Crampton in New York City Marian Maud Tully.[10]
Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Henry und Ann.
Henry Edward Crampton Jr. heiratete Harriet Jessup, eine Enkelin des Geistlichen Jessup, des Gründers der American University of Beirut.[6][11][12]
Henry Edward Crampton starb am 26. Februar 1956 im NewYork-Presbyterian Hospital in New York City.[2][5]
Nach Crampton sind die Schneckenarten Partula cramptoni Clench, 1941 und Samoana cramptoni Pilsbry & C.M.Cooke, 1934 benannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Crampton, Henry |
| ALTERNATIVNAMEN | Crampton, Henry E.; Crampton, Henry Edward; Crampton, Henry Edward, Jr. (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Evolutionsbiologe und Malakologe |
| GEBURTSDATUM | 5. Januar 1875 |
| GEBURTSORT | New York City, New York |
| STERBEDATUM | 26. Februar 1956 |
| STERBEORT | New York City, New York |
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