2020-001[1]
| Heamanit-(Ce) | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
2020-001[1] |
| IMA-Symbol |
Hea-Ce[2] |
| Chemische Formel | (K0,5Ce0,5)TiO3[3] |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Oxide und Hydroxide |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) |
nicht verzeichnet nicht verzeichnet[4] nicht verzeichnet[5] |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | kubisch |
| Kristallklasse; Symbol | m3m |
| Raumgruppe | Pm3m (Nr. 221) |
| Gitterparameter | a = natürlich: 3,9129(9) Å[3] |
| Formeleinheiten | Z = 1[3] |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 5,5 (angenommen in Analogie zu Loparit-(Ce))[3] |
| Dichte (g/cm3) | berechnet: 4,73(1)[3] |
| Spaltbarkeit | {100} (angenommen in Analogie zu Loparit-(Ce))[3] |
| Bruch; Tenazität | muschelig[3] |
| Farbe | braun[3] |
| Strichfarbe | nicht bestimmt[3] |
| Transparenz | durchscheinend[3] |
| Glanz | Diamantglanz[3] |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindex | n = berechnet: 2,28[3] |
Das extrem seltene Mineral Heamanit-(Ce) ist ein Oxid aus der Perowskit-Supergruppe mit der idealen Zusammensetzung (K0,5Ce0,5)TiO3. Es kristallisiert mit kubischer Symmetrie. Die wenigen gefundenen Kristalle sind maximal 80 Mikrometer groß und braun mit Diamantglanz.
Die Typlokalität ist die 5034 Kimberlit Pipe der Gahcho Kué Mine beim Lac de Gras in den Nordwest-Territorien, Kanada.
Der Abbau der Kimberlite der Gahcho Kué Diamantenmine begann 2016.[6] Bei der Untersuchung von Einschlüssen in Diamanten wurde das Kalium-Cer-Titan-Oxid Heamanit-(Ce) entdeckt und im Jahr 2000 von der International Mineralogical Association (IMA) als neues Mineral anerkannt.[1] Das neue Mineral der Perowskit-Supergruppe wurde nach dem kanadischen Mineralogen und Geochemiker Larry Heaman (* 1955), stellvertretender Dekan an der University of Alberta in Edmonton, Kanada, benannt in Anerkennung seiner grundlegenden Arbeiten zur Altersbestimmung von diamantführenden Kimberliten und der darin enthaltenen Minerale, vor allem Perowskit und Baddeleyit.[3]
Die strukturelle Klassifikation der IMA zählt den Heamanit-(Ce) zur Gruppe der stöchiometrischen Einfachperowskite in der Perowskit-Supergruppe. Hier bildet er zusammen mit Bariolakargiit, Barioperowskit, Goldschmidtit, Isolueshit, Megawit, Lakargiit, Loparit, Lueshit, Macedonit, Perowskit und Tausonit die Perowskit-Untergruppe.[7][3]
Da Heamanit-(Ce) erst 2021 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Auch die zuletzt 2018 überarbeitete Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, führt den Heamanit-(Ce) nicht auf.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik führt den Heamanit-(Ce) nicht auf.[5]
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana kennt den Heamanit-(Ce) nicht.
Heamanit-(Ce) ist das Kalium-Analog von Loparit und hat die Endgliedzusammensetzung (K0,5Ce0,5)TiO3. Der natürliche Heamanit-(Ce) aus der Typlokalität ist ein komplexer Mischkristall aus Heamanit (51 %), Perowskit (33 %), Tausonit (3,3 %), Barioperowskit (1,1 %) und Lueshit und hat die empirische Zusammensetzung (K0,268Na0,009 Ce0,143La0,086Pr0,009Nd0,016 Ca0,326Sr0,110Ba0,033Pb0,001 Th0,002)(Ti0,979Nb0,011Cr0,007Al0,003Fe0,002)O3.[3]
Heamanit-(Ce) kristallisiert mit kubischer Symmetrie der Raumgruppe Pm3m (Raumgruppen-Nr. 221) und den Gitterparametern a=3,9129(9) Å sowie einer Formeleinheiten pro Elementarzelle. Heamanit-(Ce) kristallisiert mit der Struktur von Perowskit. Kalium (K+) und Cer (Ce3+) besetzten die von 12 Sauerstoffen kuboktaedrisch umgebene A-Position und Titan (Ti4+) die 6-fach koordinierte, oktaedrische B-Position.[3]
Die Sauerstoffposition ist in Unterpositionen aufgespalten, wie es zuvor z. B. schon beim Isolueshit beobachtet worden ist. Dies deutet auf eine Drehung der TiO6-Oktaeder aus der idealen Lage hin, wie sie für Perowskite mit erniedrigter Symmetrie typisch ist. Diese Drehung erfolgt jedoch ungeordnet und auch auf der 12-fach koordinierten A-Position wurde keine Ordnung der Kalium- und Cerionen beobachtet. Die Gesamtstruktur von Heamanit-(Ce) ist daher ebenso wie die von Isolueshit kubisch.[3]
Die Typlokalität ist die 5034 Kimberlit Pipe der Gahcho Kué Mine beim Lac de Gras in den Nordwest-Territorien, Kanada, wo Heamanit-(Ce) zusammen mit Rutil und Calcit als Einschluss in Diamant vorkommt. Diese Paragenese deutet auf ein Eklogitisches Ursprungsgestein des Diamanten im oberen Erdmantel hin.[3]
Heamanit-(Ce) wurde bisher (Stand 2026) nur in seiner Typlokalität nachgewiesen.[8]
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