Hartnollius

Hartnollius lateralis

Hartnollius
Hartnollius

Hartnollius lateralis

Systematik
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Krabben (Brachyura)
Überfamilie: Gecarcinoidea
Familie: Landkrabben (Gecarcinidae)
Gattung: Hartnollius
Wissenschaftlicher Name
Hartnollius
Guinot, Rodríguez Moreno & Toledano-Carrasco, 2025

Hartnollius ist eine Gattung der Landkrabben mit drei rezenten Arten.[1] Der Gattungsname ist dem Krabbenforscher Richard G. Hartnoll gewidmet.[2]

Merkmale

Der Carapax ist breiter als lang, flach und Leber-, Unterleber- und Kiemenregion sind nicht deutlich aufgetrieben. Der Stirn-Augenhöhlen-Abstand ist etwa halb so breit die der Carapax an der breitesten Stelle. Die Stirn ist kurz und schmal, steht nach vorn und ist abgebogen. Die Rinnen auf der Rückenseite sind seicht, die Halsrinne endet vorn in einem Grübchen nahe des Augenwinkels. Die Mittel- und mesogastrische Rinne sind flach, aber deutlich. Der vordere Seitenrand ist abgerundet und bei Weibchen gekörnt. Die Seitenränder des Carapax zeigen zahlreiche Streifen, die unter der Leberregion werden zur Stridulation eingesetzt. Die Antennulen sind sehr klein und falten sich schräg. Die sehr kurzen Antennen liegen vollständig frei. Die Augenhöhlen sind klein und der äußere Augenhöhlenwinkel ist deutlich. Die Augenstiele sind relativ kurz und gebogen.[3]

Die Mundhöhle ist kurz, rundlich bis rhomboid und seitlich nicht begrenzt. Ihr Vorderrand ist die vordere Grenze des Epistoms. Der dritte Maxillipede ist klein, kurz und reicht nicht bis zum Epistom. Beim Schluss der dritten Maxillipeden bleibt eine schmale, rhombenförmige Lücke offen. Das Ischium ist längs orientiert, der Merus leicht schräg und ihre Verbindung liegt nahezu horizontal. Die Palpe setzt unterhalb des Merus an, ihr erstes Glied ist mit der Innenfläche des Merus verschmolzen und nur ein kleiner Teil des letzten, mobilen Gliedes liegt frei. Der Exopodit des dritten Maxillipeden ist verborgen und zeigt sich als schmale, kurze Platte, deren Spitze nicht die Verbindung zwischen Ischium und Merus erreicht. Eine Geißel fehlt. Die Unterleberregion zeigt viele Streifen, das Gebiet des Pterygostoms ist kahl.[3]

Die Scherenbeine sind stark asymmetrisch, vor allem bei älteren Männchen, die Scheren selbst sind nur gering verschieden. Der Schneideränder der Finger sind mit kleinen, auseinanderstehenden Zähnchen bewehrt. Das zweite Schreitbein ist mäßig bedornt. Der Propodus trägt seitliche Kiele mit mehreren Reihen gering entwickelter Dornen. Die Sternopleonalhöhle ist flach und kurz und reicht nicht bis zur Sternalnaht S2/S3. Der Kamm auf dem vierten Sterniten ist deutlich, umgibt das Telson aber nur bei eingeklapptem Pleon. Letzteres ist bei Männchen mittellang, alle Somiten sind frei beweglich und der sechste Somit hat leicht konvexe Seitenränder.[3]

Das thorakale Sternum ist breit und verengt sich auf Höhe des fünften Sterniten. Der erste Sternit zeigt sich als kleiner dreieckiger Zahn und ist mit dem zweiten verschmolzen. Der zweite Sternit ist halb oval und hat konvexe Seitenränder. Die Naht S2/S3 ist vorhanden und gerade, die S3/S4 fehlt, da beide Somiten vollständig verschmolzen sind. Die Nähte S4/S5 bis S7/S8 sind deutlich, aber unterbrochen. Der achte Somit ist bei eingeklapptem Pleon vollständig verborgen. Die Nähte S6/S7 und S7/S8 zeigen eine schwache mittige Brücke. Auf dem siebten Sterniten ist eine tiefe Mittellinie ausgebildet, die sich bis auf den proximalen Teil des sechsten Sterniten erstreckt. Der Arretierknopf liegt nahe der Naht S4/S5 und ist mit Borsten bedeckt. Der Sockel im Pleon ist nicht abgegrenzt, so dass kein funktioneller Arretiermechanismus für das Pleon besteht. Gruppen hydrophiler Borsten sind entlang der ersten Pleon-Somiten und ihrer Verbindung mit dem Carapax ausgebildet.[3]

Die Geschlechtsöffnung der Männchen liegt nahe der Verbindung zwischen Coxa und Sternum des letzten Schreitbein, der Penis entspringt aber recht entfernt davon unterhalb der Naht S7/S8. Das erste Gonopodium ist kurz, dick und verjüngt sich zum Ende, wo ungleich große Borsten sitzen. Die Spitze ist kurz, seitlich trägt sie eine sehr lange, schmale, verhornte etwas gebogene Röhre, die die Spitze überragt. Das Ende erreicht die Naht S4/S6 oder überragt sie. Das zweite Gonopodium ist sehr klein und ohne Geißel. Die Vulvae sind nahezu horizontal orientiert, stehen hervor und sind von einem knöchernen Deckel verschlossen.[3]

Systematik

Zur Gattung gehören folgende rezente Arten:[1]

Commons: Hartnollius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Hartnollius Guinot, Rodríguez Moreno & Toledano-Carrasco, 2025. In: World Register of Marine Species. DecaNet, abgerufen am 12. August 2026 (englisch).
  2. Danièle Guinot, Paula A. Rodríguez Moreno, I. Atzimba Toledano-Carrasco: The charismatic Gecarcinus ruricola (Linnaeus, 1758), type species of Gecarcinus Leach, 1814, with a neotype designation and genetic data, and new generic assignment, Hartnollius n. gen., for the three remaining species of the genus (Crustacea, Brachyura, Gecarcinidae). In: Zoosystema. Band 47, Nr. 16, 2025, S. 261–314, doi:10.5252/zoosystema2025v47a16 (bioone.org).
  3. a b c d e Danièle Guinot, Paula A. Rodríguez Moreno: Formal establishment of Gecarcinoidea H. Milne Edwards, 1837 n. stat. (Crustacea, Decapoda, Brachyura), with recognition of two families, Cardisomatidae n. fam. and Gecarcinidae restrict., and new insights on Epigrapsidae Watabe, 2007. In: Zoosystema. Band 48, Nr. 8, 2026, S. 211–271, doi:10.5252/zoosystema2026v48a8 (englisch).

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