Applixware ist der Name einer kommerziellen Office-Suite für verschiedene Betriebssysteme, das ursprünglich von Applix für Unix und Unix-artige Betriebssysteme entwickelt wurde.
2000 wurde Applixware an die neu gegründete Tochtergesellschaft Vistasource Inc. abgegeben,[2] die 2001 verkauft und somit eigenständig wurde.[3][4]
Verbreitung
Applixware war bereits im Unix-Umfeld etabliert als kommerzielle Hersteller begannen, ihre Software Ende der 1990er Jahre auf Linux zu portieren.[5][6] Neben StarOffice von Sun machte auch Applix seine Office-Suite für Linux verfügbar. Da es kostenpflichtig ist, Linux hingegen ein freies Betriebssystem, stellte es Applix privaten Linux-Nutzern in einer abgespeckten Version kostenfrei zur Verfügung.
Weil Applixware gute Import- und Export-Filter für Microsoft Office (damals in Version Office 97) bot und als sehr stabil galt,[5][6] war es auch in einigen Linux-Distributionen der Zeit enthalten, etwa Red Hat Linux 5.0[7], LinuxPPC 5.0[8][9] und SuSE Linux 6.1.[10] Bis 2001 setzte auch das US-Verteidigungsministerium auf Applixware, bevor es durch das freie StarOffice ersetzt wurde.[11]
Mit dem Aufkommen quelloffener oder kostenfreier Alternativen wie KOffice und StarOffice (später quelloffen[12] und in Apache OpenOffice und LibreOffice aufgegangen) hatte es Applixware unter Linux und anderen Unix-Betriebssystemen zunehmend schwer.[13][4] Schließlich verschob sich der Schwerpunkt von Applixware weg von einem gewöhnlichen Office-Paket[14] hin zu einer komplexen Datenverarbeitungslösung für Konzerne.
Das Programmpaket läuft, je nach Version, auf unterschiedlichen Plattformen und Betriebssystemen, darunter neben zahlreichen Unix-Derivaten wie AIX und FreeBSD vor allem auch Linux und Windows.
Unter Linux und Solaris kann der Anyware Server eingerichtet werden, dessen Client-Funktion unter Linux, Solaris und Windows genutzt werden kann.[15]
Nicht nur für den professionellen Einsatz interessant ist der integrierte Makroeditor, der durch die proprietäre Makrosprache Extended Language Facility (ELF) das Programmieren von Erweiterungen ermöglicht. Für einfachere Makros existiert zudem ein Makro-Rekorder.[4]
↑ abcBruce Byfield: Last look: ApplixWare. In: Linux.com. The Linux Foundation, 26. April 2006, abgerufen am 14. Oktober 2020 (englisch).
↑ abJürgen Kuri: Ins Netz gegangen; Freie Unix-Versionen - vom Netzwerk-Server zum Desktop-System. In: c’t. Nr.11, 1996, S.336ff. (Heise Shop, kostenpflichtig [abgerufen am 18. April 2011]).
↑ abDieter Brors: Applixware 4.3 für S.u.S.E. Linux; Schneller Kombi. In: c’t. Nr.7, 1997, S.82ff. (Heise Shop, kostenpflichtig [abgerufen am 18. April 2011]): „Im kommerziellen Umfeld konnte sich Applixware als Kombination aus Office-Anwendungen auf diversen Unix-Systemen etablieren. Zur CeBIT gab es eine erste Beta-Version für Linux. Jetzt ist das Office-Paket fertig und will sich gegenüber dem kostenlos verteilten StarOffice behaupten. … Fazit; Applixware 4.3 hinterließ im Test einen glänzenden Eindruck. Die Anwendungen liefen geradezu rasant und absolut stabil.“Heise Shop (Memento des Originals vom 16. Oktober 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/shop.heise.de
↑ abDieter Brors, Dr. Oliver Diedrich: Fünf Office-Pakete für Linux im Vergleich; Tux im Büro. In: c’t. Nr.8, 2002, S.188ff. (Heise Shop, kostenpflichtig [abgerufen am 18. April 2011]): „Wer in dieser Liste das altbekannte ApplixWare vermisst: Applix hat das Office-Paket seiner Tochterfirma VistaSource vermacht und sie bereits vor einem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen. Zwar verkauft VistaSource ApplixWare 5.0 immer noch als eigenständiges Produkt unter dem Namen Anywhere Desktop 2.2; der Fokus des Unternehmens liegt jedoch in anderen Bereichen. Das zeigt sich allein schon daran, dass ApplixWare 5.0 mittlerweile zwei Jahre auf dem Buckel hat.“
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