Accountable ist eine Software des Unternehmens Accountable SA für digitale Buchhaltungs- und Steueranwendungen für Selbstständige und Freiberufler. Bekannt w
Accountable ist eine Software des Unternehmens Accountable SA für digitale Buchhaltungs- und Steueranwendungen für Selbstständige und Freiberufler. Bekannt wurde die Anwendung durch einen Rechtsstreit um die Bezeichnung eines KI-gestützten Assistenten als „KI-Steuerberater“. Mehrere Medien bezeichneten das Verfahren als möglichen Präzedenzfall für KI-Systeme in regulierten Berufsbereichen.[1]
Die Software wurde 2018 von Accountable SA mit Sitz in Brüssel entwickelt und veröffentlicht. Zu den Gründern gehören Nicolas Quarré, Alexis Eggermont und Tino Keller. Nach dem Start in Belgien expandierte das Unternehmen auf den deutschen Markt und eröffnete eine Niederlassung in Berlin.[2][3] Seit Oktober 2023 bietet Accountable ein KI-gestütztes Steuer- und Buchhaltungstool unter der Bezeichnung „KI-Steuerberater“ an und gehört damit zu den frühen dokumentierten generativen KI-Anwendungen im Steuerbereich. 2025 wurde Accountable vom norwegischen Softwareunternehmen Visma für einen zweistelligen Millionenbetrag übernommen.[4]
Zu den Funktionen der mobilen App von Acountable gehören die digitale Belegerfassung, die Verwaltung von Einnahmen und Ausgaben, das Erstellen von Rechnungen sowie KI-gestützte Steuerfunktionen, außerdem bietet Accountable ein Geschäftskonto an. Seit Oktober 2023 umfasst die Software einen KI-gestützten Steuerassistenten unter der Bezeichnung „KI-Steuerberater“.[5][6]
Die Steuerberaterkammer Berlin verschickte im Dezember 2025 eine Abmahnung an Accountable wegen der Verwendung der Bezeichnung „KI-Steuerberater“.[7] Im Februar 2026 erhob die Kammer Klage auf Unterlassung vor dem Landgericht Berlin II (Az. 61 O 90/26).[8] Die Kammer sieht in der Bezeichnung „KI-Steuerberater“ eine unzulässige Nutzung der geschützten Berufsbezeichnung Steuerberater (§ 43 Steuerberatungsgesetz (StBerG)) sowie mögliche Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften.[9] Zudem kritisierte die Kammer die Tätigkeit sogenannter „Steuercoaches“, die unzulässige Hilfeleistungen in Steuersachen erbringen könnten.[10] Accountable wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass sich die Software von klassischer Steuerberatung klar abgrenze.[11] Mehrere überregionale Medien berichteten über das Verfahren und diskutierten dabei die Verwendung geschützter Berufsbezeichnungen durch KI-Systeme, die regulatorische Einordnung KI-gestützter Assistenten sowie die Abgrenzung zwischen Softwareangeboten und erlaubnispflichtiger Steuerberatung.[1][12] Medien bezeichneten das Verfahren zudem als möglichen Präzedenzfall für den Einsatz KI-gestützter Systeme in regulierten Berufsfeldern.[13][9][14]
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